Haushaltsplan 2025

„Relativ viel zu tun“: Junglinster sieht rund 40 Millionen Euro für Schulen vor

Der Bau einer Musikschule und einer „Naturcrèche“ sowie die Fertigstellung der neuen „Maison relais“ stehen im Fokus des diesjährigen Haushaltsplans in Junglinster. Die Oppositionspartei „Är Bierger“ zeigt sich indes wegen einer möglichen Überschuldung der Gemeinde besorgt.

Auf dem Campus „Op de Fréinen“ dürften die Bauarbeiten voraussichtlich bis September 2026 dauern

Auf dem Campus „Op de Fréinen“ dürften die Bauarbeiten voraussichtlich bis September 2026 dauern Foto: Editpress/Alain Rischard

Schule wird im Haushaltsplan 2025 in Junglinster großgeschrieben. Rund 40 Millionen Euro will die Gemeinde in Bau- und Vergrößerungsarbeiten diverser Schulgebäude stecken. Allein 18,1 Millionen davon sind dieses Jahr für den Bau einer Musik- und Tanzschule sowie einer „Naturcrèche“ auf dem Campus „Op de Fréinen“ vorgesehen. Die Arbeiten haben im September vergangenen Jahres begonnen und sollen bis zur Inbetriebnahme voraussichtlich zwei Jahre dauern. Die symbolische Grundsteinlegung erfolgte Anfang Dezember. Zu den weiteren großen Projekten der Gemeinde zählt die Fertigstellung der neuen „Maison relais Loupescht“. Die Eröffnung ist für Januar 2026 vorgesehen. Außerdem soll das „Welter“-Schulgebäude Ende des Jahres um sechs Klassenräume vergrößert werden. Beide Projekte werden die Gemeinde dieses Jahr jeweils rund 8 Millionen Euro kosten.

2025: Die teuersten Projekte

18.100.000 Euro: Bau einer Musikschule und einer „Naturcrèche“ in Junglinster
8.000.000 Euro: Fertigstellung der neuen „Maison relais Loupescht“ in Junglinster
7.950.000 Euro: Vergrößerung des „Welter“-Schulgebäudes in Junglinster
5.000.000 Euro: Bau eines Schulgebäudes in Burglinster
2.500.000 Euro: Bau eines Wohnkomplexes und von Ein- und Zweifamilienhäusern im Ortszentrum „JongMëtt“ in Junglinster

„Es gibt relativ viel zu tun“, sagte Bürgermeister Ben Ries (DP) in seiner Rede in der Gemeinderatssitzung am 20. Dezember vergangenen Jahres. Der Entwurf sei aber „ein ehrliches, transparentes, solides und ehrgeiziges Budget, das dem Koalitionsvertrag, unseren Einwohnern und dem Input der Kommission und Opposition Rechnung trägt“. Im ordentlichen Bereich beläuft sich der vorgesehene Überschuss auf knapp 7,5 Millionen Euro. Mit einem Defizit von rund 16,2 Millionen im außerordentlichen Bereich und einem Überschuss von etwa 9,4 Millionen aus dem Jahr 2024 sieht die Kommune ein Gesamtplus von rund 650.000 Euro vor.

Während die 13 Gemeinderäte das „budget rectifié 2024“ einstimmig absegneten, wurde der Haushaltsplan für 2025 lediglich von der Mehrheit (DP und CSV) befürwortet. Von der Opposition, bestehend aus „déi gréng“ und „Är Bierger“, kamen dagegen vier Enthaltungen.

Das sagt die Opposition

„déi gréng“: Mehr Investitionen in Tourismus

Trotz vieler positiver Aspekte im Haushaltsplan sieht Ben Haas („déi gréng“) noch Verbesserungsmöglichkeiten. Zu denen gehöre u.a. der Tourismus. In puncto Wandertourismus vertritt er die Meinung, „dass wir die Wege für Leute mit einer Behinderung zugänglicher machen können“. Auch der Kultur- und Geschäftstourismus könnte ausgebaut werden. Lob haben „déi gréng“ dagegen für die Inklusion im Bildungsbereich übrig. „Wir begrüßen, dass das Budget Material für Kinder mit besonderen Bedürfnissen in den Schulen vorsieht“, sagt Haas.

„Är Bierger“: Sorgen wegen möglicher Überschuldung

„Wir brauchen einen Mentalitätswandel“, sagt Paul Estgen („Är Bierger“). Der Haushaltsplan sei nicht mit „den Herausforderungen unserer Zeit“ vereinbar. Wohnungsbau, Klima, Natur, Armut und politische Beteiligung seien nicht ausreichend im Budget zu finden. Gleichzeitig zeigt sich die Partei wegen einer möglichen Überschuldung der Kommune besorgt. Estgen wirft die Frage auf, ob Junglinster auch in Zukunft „so große Baustellen“ planen könne. „Wir plädieren dafür, einfacher und ökologischer zu bauen – und verschiedene Projekte aufs Eis zu legen“, sagt er.

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