Luxemburger Tierfotograf

Pretty in pink: Der Rosaschnäpper ist das Juwel des tasmanischen Regenwaldes

Der Rosaschnäpper ist nicht umsonst eines der begehrtesten Motive bei Vogelbeobachtern oder „Birdern“. Das Männchen dieser Vogelart leuchtet regelrecht in Pink im dunklen Regenwald Südaustraliens.

Rosaschnäpper im dichten tasmanischen Regenwald des Mount-Field-Nationalparks auf einem Ast sitzend

Rosaschnäpper im tasmanischen Regenwald, Mount-Field-Nationalpark Foto: Sören Salvatore

Männlicher Rosaschnäpper mit leuchtend pinker Brust sitzt auf Ast vor grünem Hintergrund

Ein männlicher Rosaschnäpper präsentiert stolz seine pinke Vorderseite Foto: Sören Salvatore

Wer bei Regenwald nur an Hitze und Feuchtigkeit der Tropen denkt, liegt falsch. Dank der Kombination aus mildem Meeresklima mit kühlen Temperaturen und ganzjährig hohen Niederschlägen ist die Westküste Tasmaniens zu Hause eines der artenreichsten Ökosysteme dieser Klimazone. Der gemäßigte Regenwald Tasmaniens fördert ideale Lebensbedingungen für einzigartige Tiere und Pflanzen. Genau hier trifft man auch auf den Rosaschnäpper, der Tasmaniens feuchte Eukalyptuswälder bevorzugt.

Der Autor

Sören Salvatore vor malerischer Kulisse in seiner neuen Heimat Hobart, Tasmanien, mit Bergen und Hafen im Hintergrund

Sören Salvatore in seiner neuen Heimat Hobart, Tasmanien Foto: Sören Salvatore

Anfang 2023 ist Sören Salvatore, passionierter Ornithologe und Naturfotograf, nach Tasmanien ausgewandert. Hier lebt der Luxemburger in der Stadt Hobart mit seiner kanadischen Partnerin, arbeitet als Wildökologe und führt Vogelbeobachtungs-Touren.

Anfang September, wenn in der Südhemisphäre der Frühling beginnt, ist wie auch bei vielen anderen Vögeln die beste Zeit, einen Rosaschnäpper zu finden. Obwohl die Männchen mit ihrem pinken Brustgefieder im Kontrast zum dunkelgrünen Wald sehr auffällig gefärbt sind, ist es nicht immer einfach, einen „Pink Robin“ zu Gesicht zu bekommen. Die Vögel bevorzugen dicht bewachsene Schluchten in feuchten Wäldern und leben oft in der Nähe von fließenden Gewässern. Große, dichte Farne und moosbedeckte Bäume prägen ihren Lebensraum. Doch im Frühling machen sie nicht nur mit ihrem schönen Gefieder auf sich aufmerksam. Jetzt, wo es darauf ankommt, Reviere abzugrenzen und Brutpartner zu finden, singen und rufen sowohl das Männchen wie auch das ockerfarbene Weibchen. Wie kleine Tennisbälle flitzen die Vögel im Unterholz umher und verjagen mögliche Konkurrenten aus ihren Territorien.

So sind die Fotos entstanden

Als Ornithologe hat sich Sören Salvatore ein gutes Gehör für die Gesänge der unterschiedlichen Vogelarten angelernt und weiß schon bei dem leisesten Ruf, einem kurzen „tik, tik, tik“, dass der Rosaschnäpper in der Nähe ist. So kann er sich, bevor er sie überhaupt sieht, mit seiner Kamera auf die Lauer legen und warten, dass die Vögel näher kommen. Das funktioniert oft besser, als den Rufen hinterherzujagen. Die Rosaschnäpper sind bei der Nahrungssuche eher nah am Waldboden oder auf Augenhöhe anzutreffen – also ideal für Fotografen und Birder.

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