Echternach

Baustellen bremsen Verkehr noch für viele Jahre ein

Autofahrer müssen in Echternach aktuell viel Geduld mitbringen. Gleich an mehreren Stellen in der Stadt wird voraussichtlich noch einige Jahre gearbeitet. Die Baustellen sollen den Aufwand laut der Bürgermeisterin jedoch wert sein.

Baustelle mit Absperrungen und Verkehrsschildern an einer Straße in Echternach, Verkehrseinschränkungen für Autofahrer

Baustellen gehören auch in Zukunft zum Alltag der Autofahrer in Echternach Foto: Editpress/Julien Garroy

Baustellen prägen im Moment das Echternacher Stadtbild: In mehreren Straßen im Ort wird gearbeitet. Die Arbeiten sind laut Bürgermeisterin Carole Hartmann (DP) Teil eines Verkehrskonzeptes, das die Kommune bereits 2010 gemeinsam mit der Straßenbauverwaltung entwickelte. Damalige Studien kamen zur Erkenntnis, dass insbesondere die Kreuzungen „Knepper“ und Morgenstern Probleme bereiteten.

Laut Hartmann führe der Staat die Arbeiten durch. „Es gibt ein großes Projekt einer innerörtlichen Entlastungsstraße, das in drei Phasen aufgeteilt ist.“ Baubeginn war 2023. Dieser Teil des Verkehrskonzepts „ist sehr langsam in der Umsetzung“. Die erste Phase, der Bypass Morgenstern, sei aktuell in Arbeit. „Dort gab es früher eine 90-Grad-Kurve, jetzt können die Autos geradeaus fahren.“ Zusätzlich wandle die Straßenbauverwaltung bis voraussichtlich Ende 2026 die frühere Nationalstraße route de Wasserbillig in eine 30er-Zone um. Auch an der Kreuzung der Hauptachsen solle das Staurisiko gesenkt werden. „Wir machen jedoch nicht nur oberflächliche Arbeiten, sondern die ganze Kanalisation wird erneuert. Das wurde in Echternach in den letzten 30 Jahren etwas vernachlässigt“, sagt Hartmann.

Straße "Route de Wasserbillig" mit neuem 30er-Zonen Verkehrsschild zur Temporeduzierung in Wohngebiet

Die route de Wasserbillig wird in eine 30er-Zone umgewandelt Foto: Editpress/Julien Garroy

„Können nicht ganz Echternach zumachen“

Doch warum dauern die Arbeiten so lange? Laut Carole Hartmann gebe es nicht so viele Verkehrsachsen in Echternach. Darum müsse immer so geplant werden, dass wenigstens eine Spur für den Verkehr offen bleibt. Das ziehe die Arbeiten jedoch in die Länge. „Wenn wir nur an die Baustelle denken würden, würden wir die Straße komplett sperren – dann würde alles sicherlich schneller voranschreiten“, sagt die Bürgermeisterin. Aber: Da es in der Stadt wenig Verkehrsachsen gebe, versuche die Kommune, den Verkehr so weit wie möglich weiterhin über die Hauptstraßen fließen zu lassen. „Wir können nicht ganz Echternach gleichzeitig zumachen.“ Daher müssten die Gemeinde und der Staat die verschiedenen Baustellen miteinander abstimmen. Der Staat sei als Bauherr vor allem am Fortschritt der Arbeiten interessiert. Die Stadtverwaltung versuche allerdings, die Einschränkungen möglichst gering zu halten.

Baustellen bremsen Verkehr noch für viele Jahre ein

Das Feedback der Bürger richte sich allerdings an die Kommune, auch wenn der Staat Bauherr ist. „Die Menschen rufen eher bei der Gemeinde als bei der Straßenbauverwaltung an“, sagt Hartmann. Die Reaktionen seien nie positiv, das sei jedoch normal. „Eine Baustelle ist eine Einschränkung – das können wir nicht ganz vermeiden.“ Daher stünden die Gemeindebeamten ständig im Austausch mit der Straßenbauverwaltung, um eine effektive Kommunikation gegenüber den Bürgern zu garantieren. „Falls es zu Einschränkungen kommt, wollen wir als Gemeinde so schnell und so gut wie möglich darüber informieren.“

Baustellen bremsen Verkehr noch für viele Jahre ein

Ziel: besserer Verkehrsfluss

Trotz der damit verbundenen Hindernisse seien die Arbeiten jedoch nötig, sagt die Bürgermeisterin. „Was wir mittel- und langfristig anstreben, ist ein besserer Verkehrsfluss durch Echternach und eine Verkehrsberuhigung im historischen Kern.“ In Zukunft verlaufe keine Nationalstraße mehr über den Marktplatz. Dort soll ein Shared Space entstehen. „Das heißt eine verkehrsberuhigte Zone mit Tempo 20, in der Fußgänger, Radfahrer und Autos gleichgestellt sind.“ Im restlichen Stadtzentrum sind 30er-Zonen geplant.

Ein weiteres Projekt ist die Entlastungsstraße. Diese verlaufe ringförmig durch Echternach. Staat und Kommune haben das laut Carole Hartmann gemeinsam vor gut 15 Jahren angestoßen. „Das wird noch einige Jahre dauern“, verbessere jedoch den Verkehrsfluss in Echternach. Es gebe vor allem zwei Stellen, an denen sich der Verkehr staut. Zum einen die „Knepper-Kräizung“ zwischen der rue des Remparts und der rue Maximilien – laut der Bürgermeisterin ein „historischer Knoten“, der schon länger für Staus bis zum Ausgang von Echternach gesorgt habe. Die Kreuzung Morgenstern war früher ebenfalls eine Problemzone. Die 90-Grad-Kurve habe dazu geführt, dass Lkws und Autos nicht aneinander vorbeikamen, wodurch der Verkehr stockte. Dieser Knoten sei durch die Begradigung der Straße bereits gelöst. Die Bürger müssen jedoch noch etwas Geduld aufbringen, bis alle Pläne umgesetzt sind. „Aktuell schätzt die Straßenbauverwaltung das Enddatum auf 2034“, sagt Hartmann.

Historische Knepperkräizung mit verbessertem Verkehrsfluss und moderner Verkehrsinfrastruktur in Deutschland

Durch die „Knepper-Kräizung“ – ein „historischer Knoten – soll der Verkehr in Zukunft besser fließen Foto: Editpress/Julien Garroy

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