Alain spannt den Bogen
Poetin des Klaviers: Hélène Grimaud begeistert die Philharmonie
Sie ist eine Poetin auf dem Klavier, aber auch eine Lyrikerin, die wunderbare Geschichten erzählen kann. In gleich zwei Konzerten vermochten Hélène Grimaud und ihre Partner das Publikum zu begeistern, ja regelrecht zu verzaubern, und dies mit sehr unterschiedlichen Werken.
Hélène Grimaud in der Philharmonie Foto: Sébastien Grébille
Am Sonntagabend stand Beethovens 4. Klavierkonzert auf dem Programm, ein Werk, das Grimaud schon seit vielen Jahren spielt und ihr auch stilistisch sehr gut liegt. Kein Wunder, gerade hier treten Beethovens Humanismus und seine sanfte Poesie wie in kaum einem anderen seiner Werke hervor. Wunderschöne Melodien, eine ausdrucksstarke, aber immer feine Sprache zeichnen insbesondere die beiden Ecksätze aus, während der Mittelsatz ein regelrechter Dialog mit dem Orchester ist. All dies passt hervorragend zu der sensiblen Künstlerin, die es dann auch versteht, jeden Impuls von Beethoven aufzunehmen und seine Musik in einer vollendeten Schönheit wiederzugeben. Neben all den vielen sehr poetischen Momenten besitzt Grimauds Interpretation natürlich auch einen sehr narrativen, direkt zum Hörer sprechenden Charakter. Aber was Grimauds Interpretation am Ende wirklich ausmachte, war ihr Dialog mit dem Orchester.