Geschichte
Philosoph, Politiker, Sprachrohr afrikanischer Kultur: Vor 120 Jahren wurde Léopold Sédar Senghor geboren
Léopold Sédar Senghor war Philosoph, Dichter und Senegals erster Präsident. Sein Leben und die Négritude-Bewegung machten ihn zum Sprachrohr afrikanischer Kultur.
Der „Poet-Präsident“ Léopold Sédar Senghor By Roger Pic - Bibliothèque nationale de France, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16380790
Der Begriff „Négritude“ steht heute noch für eine literarisch-philosophische und politische Richtung, die in den 1930er-Jahren von Intellektuellen wie Aimé Césaire, Léon-Gontran Damas und dem am 9. Oktober 1906 in Joal (Senegal) geborenen Léopold Sédar Senghor entwickelt wurde. Es galt, die kulturelle Eigenart Schwarzer Menschen gegenüber dem französischen Kolonialismus hervorzuheben. Diese „Afrikanität“ umfasst Afrika und seine Diaspora sowie die Bewegung der „Harlem Renaissance“. Philosophen wie Sartre, Bergson, Lévy-Bruhl, Marx oder Engels verkörpern ebenfalls diese Geisteshaltung. In Claudel und Péguy sah Senghor auch „schwarze Poeten“, da sie auf Französisch schrieben und mit ihrem Stil den volkstümlichen afrikanischen Dichtern ähnelten.
Großen Einfluss auf Senghor hatte die 1931 von den Schwestern Paulette und Jane Nardal gegründete „La Revue du monde noir“. In der fünften Ausgabe dieser Publikation vom März 1932 erschien ein Artikel, in dem namhafte Maler wie Derain, Matisse, Segonzac, Vlaminck, Modigliani und Picasso aufgezählt werden, die durch die afrikanische Kunst beeinflusst waren. Letzterer begegnete übrigens dem späteren senegalesischen Präsidenten.