Gemeinderat
Petingen investiert 196.000 Euro in barrierefreie Haltestellen – und kauft neue Grundstücke
Die Gemeinde Petingen investiert in barrierefreie Infrastruktur und kauft neue Grundstücke für künftige Projekte. Während konkrete Nutzungen teils noch offen sind, werden mögliche Ideen im Gemeinderat kontrovers diskutiert.
Am Dienstagnachmittag fand der Geminderat in Petingen statt Foto: Editpress/Tania Feller
Sieben neue Bushaltestellen und Fußgängerwege in Petingen sind nun behindertengerecht umgebaut worden. Das teilte der zuständige Schöffe Romain Mertzig (LSAP) am Dienstag im Gemeinderat mit. Die Bauarbeiten wurden in der rue Robert Krieps, der rue Jean-Pierre Kirsch, „op Raechels“ und in der rue Pierre Grégoire durchgeführt.
Unter anderem wurde die Höhe der Bordsteinkanten angepasst, die Beleuchtung verbessert sowie taktile Bodenplatten nachgerüstet. Insgesamt ließ sich die Gemeinde die Arbeiten knapp 196.000 Euro kosten. Die Abrechnung wurde einstimmig vom Gemeinderat gebilligt. Die Maßnahmen sind Teil eines mehrjährigen Plans. Weitere Standorte sollen in den kommenden Monaten und Jahren angepasst werden. Ziel ist es, den öffentlichen Raum für alle zugänglicher zu gestalten.
Weiter stand am Dienstag der Erwerb mehrerer Bauflächen auf der Tagesordnung. In der rue Prinzenberg wurde ein Haus mit 13,31 Ar Grundstück für 825.000 Euro von der Gemeinde gekauft. Die Fläche soll einer öffentlichen Nutzung zugeführt werden, allerdings ist noch unklar, welches konkrete Projekt dort umgesetzt werden soll. Unter anderem steht eine Wohnviertel-Crèche im Raum. Eine ähnliche Struktur war bereits von einem Promoteur geplant, doch diese Pläne wurden verworfen, erklärte Bürgermeister Jean-Marie Halsdorf (CSV). Die Bevölkerung habe den ursprünglichen Plänen kritisch gegenübergestanden.
Auch wenn der künftige Nutzen bisher nicht feststeht, sei die Fläche „strategisch“ wichtig für die Gemeinde. Die Oppositionsräte von „déi gréng“ regten an, solche Gebäude vorübergehend zwischenzuvermieten. Halsdorf erklärte, dass dies bereits teilweise praktiziert werde. Der Kauf wurde mit den Stimmen der Mehrheit sowie von DP und Piraten angenommen. Die Grünen enthielten sich, da ihnen die Pläne der Gemeinde zu unkonkret waren und sie das Grundstück unter diesen Umständen nicht erworben hätten.
Opposition fordert weniger Flächenversiegelung
Die Gemeinde beschloss außerdem den Kauf eines rund einen Hektar großen Grundstücks in der rue de la Providence in Lamadelaine. Auch hier ist noch kein konkretes Projekt vorgesehen. Das bestehende Gebäude soll – nach Prüfung seines Zustands – möglichst ebenfalls zwischenvermietet werden. In der Umgebung befinden sich bereits mehrere gemeindeeigene Flächen. Dem Schöffenrat zufolge könnte dort möglicherweise eine Sporthalle entstehen.
Aus der Opposition, unter anderem von Piraten und „déi gréng“, kam jedoch der Einwand, dass nicht zu viele Flächen versiegelt werden sollten. Stattdessen könne ein öffentliches und umweltfreundliches Projekt wie ein Park realisiert werden. Halsdorf zeigte Verständnis für diese Bedenken, betonte jedoch, dass sich beide Nutzungen möglicherweise kombinieren ließen. Die endgültige Entscheidung liege jedoch bei einem künftigen Schöffenrat. Der Kauf wurde mit 17 Ja-Stimmen angenommen; die beiden Vertreter von „déi gréng“ waren zum Zeitpunkt der Abstimmung nicht im Saal.
Am Ende der Sitzung informierte Schöffe Romain Mertzig darüber, dass die Straße „Im Gieschtefeld“ ab dem 9. März für etwa zwei Monate nachts gesperrt wird – zwischen 19 und 7 Uhr Winter- und zwischen 20 und 7 Uhr Sommerzeit. Grund dafür ist die Krötenwanderung, während der die Tiere die Straße überqueren.
Aus der Opposition kam der Vorschlag, dort einen Krötentunnel einzurichten. Halsdorf entgegnete, dass ähnliche Projekte bereits geprüft worden seien, bislang jedoch auf wenig Zustimmung bei den betroffenen Grundstückseigentümern gestoßen seien. Man wolle jedoch erneut nachfragen, ob inzwischen Interesse bestehe.