Dossier „Blannenheem“
OGBL: Wenn Finanzen und nicht der Mensch im Mittelpunkt stehen
„L’arbre ne doit pas chacher la forêt“, so ist die Pressemitteilung überschrieben, die das „Département des travailleurs handicapés“ (DTH) des OGBL am Dienstag in Sachen „Blannenheem“ veröffentlichte. Die in der letzten Woche von einem Zusammenschluss der Familien von Bewohnern publik gemachten Missstände stünden exemplarisch für die Probleme des Sektors, so der Tenor des Schreibens.
Das „Blannenheem“ als Spitze des Eisbergs Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Die Finanzen würden im Mittelpunkt stehen und nicht der Mensch, der wie ein Objekt angesehen werde, schreibt das DTH, das gleichzeitig seine Solidarität mit den betroffenen Familien und dem Personal im Dossier „Blannenheem“ ausdrückte. Seit mehreren Jahren stelle man fest, dass Probleme wie im „Blannenheem“ in zahlreichen Betreuungsstrukturen für Menschen mit Behinderungen existieren.
Grund dafür ist, dass die Betreuungsstrukturen wie kommerzielle Firmen geführt werden und somit finanzielle Aspekte im Vordergrund stünden. Mit dem Resultat, dass ein guter Teil der elementaren Bürgerrechte beim Betreten solcher Strukturen verloren gehe.
Zudem kritisiert der OGBL die Autonomie der Einrichtungen. Es könne nicht sein, dass sich der Staat wie im Fall des „Blannenheem“ komplett heraushalte. Es sei zudem höchste Zeit, in den Einrichtungen sogenannte „Comités mixtes“ zu installieren, in denen Vertreter des Personals und der Familien auf Augenhöhe mit der Direktion diskutieren können. Auch sei es unverständlich, dass in den Verwaltungsräten der Häuser Vertreter von Personal und Familien gänzlich fehlten. Nicht zuletzt müsse sich endlich an die UN-Konvention zur Wahrung der Rechte von Menschen mit Behinderung gehalten werden. Was auch für die zahlreichen „Ateliers protégés“ im Lande gelte, so das DTH abschließend.