Kultur-News
Nationalbibliothek erreicht Milestone, die Tonnars in Senegal und Luxemburg vernetzt sich in Berlin
Was war die Woche in der Kulturszene los? Welche Events stehen bevor? Und was davon haben wir in unserer Berichterstattung noch nicht aufgegriffen? Das Tageblatt präsentiert eine Zusammenfassung.
News aus der Luxemburger Kulturszene Quelle: Pexels
PHILOSOPHIE Auf der Suche nach dem „Schönen“
Die Leiterin der „ErwuesseBildung“, Dr. phil. Nora Schleich, teilt ihr Wissen in puncto Kultur, Kunst und Gesellschaft gerne in Konferenzzyklen mit, so auch in der Reihe „Afterwork Aesthetics“. Nach Gedanken zu „Kultur und ästhetische Bildung“ im Januar und „Ellenes an Ekleges, d’Ästhetik vum Béisen an den Horror“ im Februar, steht am 5. März „Dat Onduerstellbaart an d’Avantgarde“ auf dem Programm. Am 13. April wirft sie die wichtige Frage auf „Wéini ass ee Konschtwierk ee Konschtwierk?“ und am 4. Mai untersucht sie das Verhältnis „A.I. a Kreativitéit“. Kann man die Ästhetik kurz gefasst die „Lehre vom Schönen“ nennen – wissend, dass diese Notion im Laufe der Jahrhunderte und auf unterschiedliche Bereiche angewandt sich entwickelt hat –, so ist es spannend, sich all die oben angesprochenen Fragen zu stellen. Die Konferenzen werden auf Luxemburgisch gehalten und finden jeweils an den angegebenen Daten ab 18.00 Uhr im Zentrum Neimënster statt. (fw)
BIBLIOTHEK Tausende Luxemburger Bücher digitalisiert
Die Nationalbibliothek (BnL) erreicht einen Meilenstein: In Zusammenarbeit mit Luxorr und dem European Union Intellectual Property Office (EUIPO) hat sie inzwischen mehr als 4.000 Bücher aus dem luxemburgischen Bestand digitalisiert. Die Dokumente sind auf eluxemburgensia.lu einsehbar. Das Projekt begann 2024 mit einer Vereinbarung zwischen der BnL und Luxorr. Ziel ist es, Werke zugänglich zu machen, die nicht mehr über herkömmliche Vertriebswege erhältlich sind.
4.000
Luxemburger Bücher hat die BnL digitalisiert
Anfang 2025 veröffentlichte die BnL auf dem EUIPO-Portal eine Liste der betroffenen luxemburigschen Schriften. Die Rechteinhaber*innen hatten sechs Monate, um Einspruch zu erheben – danach wurden die Werke online publiziert. Darunter befinden sich beispielsweise der Ratgeber für portugiesische Zuwander*innen „Viver no Luxemburgo“ (u.a. François Biltgen) oder auch die Biografie „Germaine Damar. Ein Luxemburger Star im deutschen Film der 50er-Jahre“ (Joy Hoffmann/Viviane Thill). „Diese Initiative stellt einen wichtigen Schritt bei der Vermittlung des luxemburgischen Kulturerbes dar. Indem sie einen vollständigen Zugang zu Tausenden zuvor nicht verfügbaren Büchern ermöglicht, lässt die BnL ein vergessenes Erbe wieder aufleben und eröffnet neue Forschungsperspektiven im Bereich der ‚Luxemburgensia‘“, so das Team der BnL in einer Pressemitteilung. (ispi)
MUSIK Die Tonnars in Senegal
Der Luxemburger Musiker Serge Tonnar und sein Sohn, der Produzent Turnup Tun, verbrachten Anfang Februar Zeit in Senegal: Sie arbeiteten dort mit den Künstlern MamJ RasSoul, Adee und der Rap-Gruppe Akhlou Brick Paradise zusammen. „Cette résidence de création et de production s’inscrit dans le cadre de la coopération culturelle entre le Grand-Duché de Luxembourg et la République du Sénégal“, teilt die Luxemburger Botschaft in Dakar mit.

Hinter den Kulissen von „La même destination“: Serge Tonnar (l.) und Adee (r.) Quelle: Serge Tonnar
Die Künstler schrieben gemeinsam Songs, komponierten und nahmen neue Stücke auf. Die Residenz diente auch der Vermarktung des Lieds „La même destination“ (2025), das von Serge Tonnar und Adee stammt, sowie der Produktion des Clips „Mama Africa“ von Tonnar und MamJ RasSoul. (ispi)
FILM Luxemburg bei der Berlinale
Les échanges au marché européen du film (...) ainsi que la visibilité offerte par la sélection de trois coproductions luxembourgeoises, renforcent la position du Luxembourg comme partenaire fiable et pleinement engagé dans les dynamiques européennes de création. Ces moments sont essentiels pour soutenir nos talents et développer de nouvelles opportunités de coopération.
Guy Daleiden
Direktor Film Fund Luxembourg
Die Berlinale neigt sich dem Ende zu und Luxemburg zieht eine erste Bilanz. In einer Pressemitteilung heben das Kulturministerium und der Film Fund Luxembourg unter anderem die Präsenz der nationalen Branche auf dem Europäischen Filmmarkt (EFM) hervor. Der Film Fund beteiligte sich dort an zwei Initiativen, beispielsweise an der ersten Ausgabe der „EFM Animation Days“ oder auch am Launch von „EFM Beyond“, einem Projekt zu immersiven Filmen. Ein erstes Fazit zu „EFM Beyond“ soll bei den „Immersive Days“ 2026 (4. bis 5. März) in Luxemburg gezogen werden. Der Film Fund traf zudem auf Partnerorganisationen aus dem französisch- und deutschsprachigen Raum sowie auf Mitglieder der „Association européenne des fonds publics de soutien à la production audiovisuelle“. Es ging unter anderem um die Tendenzen und Herausforderungen im Sektor, um KI im audiovisuellen Bereich und um europäische Richtlinien. Des Weiteren war der Europäische Solidaritätsfonds für ukrainische Filme (ESFUF) auf der Berlinale präsent. In dem Kontext tauschte sich der Film Fund unter anderem mit Natalia Movshovych, stellvertretende Kulturministerin der Ukraine, sowie mit Andrii Osipov, Direktor der staatlichen ukrainischen Filmagentur, aus. Zum einen, um die Bedürfnisse des Sektors zu analysieren; zum anderen, um laufende Projekte zu unterstützen. Das Luxemburger Kulturministerium investiert 60.000 Euro in den Fonds (Stand: 2025/2026). Der ESFUF wurde offiziell für 2026 verlängert. (ispi)
RESIDENZ Kulturministerium vermietet Atelier in Bourglinster
Das Kulturministerium sucht Mieter*innen für ein Kunstatelier in der Nähe des „Château de Bourglinster“. Es steht ab Mitte April zur Verfügung. Der Vertrag geht über drei Jahre, die Monatsmiete liegt bei 60 Euro für 20 Quadratmeter. Die angrenzende Mehrzweckhalle „Open Space“ steht den Kunstschaffenden gratis zur Verfügung. Die Räumlichkeiten wurden 2013 eingeweiht und werden seitdem vom Kulturministerium verwaltet. Wer als Mieter*in in Frage kommt und was es zur Bewerbung braucht: annexes.chateaubourglinster.lu oder mcult.gouvernement.lu. Die Frist läuft noch bis zum 15. März. (ispi)
EVENTS „Multiplica Lab“ und „La Maisonnette“
In den Rotondes in Luxemburg-Stadt findet übers Wochenende das „Multiplica Lab“ statt; in der Escher Kulturfabrik endet das Residenz-Programm für Theatertexte, „La Maisonnette“, am Samstag mit Lesungen und einer Diskussionsrunde. In Esch fällt der Startschuss um 17 Uhr. Antoine Pohu und Suzie Colin, die sich an der Residenz beteiligten, tragen aus ihren Werken vor. Es folgt ein Austausch mit ihren Mentor*innen Tullio Forgiarini, Michel Tanner und Sophie Bricaire (mehr Infos und Anmeldung auf kulturfabrik.lu). Das „Multiplica Lab“, ein Festival der digitalen Kunst, hält hingegen mehrere Events bereit – von Ateliers bis hin zur immersiven Musiknacht. Das Programm ist auf rotondes.lu einsehbar. Für die meisten Events ist ein Ticket erforderlich. (ispi)