Justiz

Möglicher 200-Millionen-Schaden: Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem gegen Kindy Fritsch

Die Luxemburger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines mutmaßlichen Schadens von mehr als 200 Millionen Euro bei einem Investmentfonds. Zwischen dem 10. und 15. Juni kam es zu Durchsuchungen in Luxemburg und im Ausland.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen mutmaßlichem Schaden von über 200 Millionen Euro in großem Finanzfall

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in einem Fall mit einem mutmaßlichen Schaden von mehr als 200 Millionen Euro Symbolfoto: Magnific/Freepik

Die Staatsanwaltschaft untersucht einen möglichen Schaden von mehr als 200 Millionen Euro zulasten eines Luxemburger Investmentfonds. Zwischen dem 10. und 15. Juni 2026 kam es in diesem Zusammenhang in Luxemburg sowie im Ausland zu umfangreichen Durchsuchungen, heißt es am Montag in einer Pressemitteilung.

Verbindung zu Unternehmer aus Luxemburg

Im Zuge der Ermittlungen wurden sechs Personen durchsucht. Gegen sie besteht der Verdacht, an Straftaten wie Unterschlagung, Betrug, betrügerischer Insolvenz, Veruntreuung, Urkundenfälschung, Urkundenmissbrauch sowie Geldwäsche beteiligt gewesen zu sein.

Wie die Staatsanwaltschaft gegenüber RTL bestätigte, handelt es sich bei einer der betroffenen Personen um den Luxemburger Unternehmer und Enkel des Cactus-Gründers, Kindy Fritsch. Es gebe Verbindungen zu seinem Unternehmen „Greenfinch Capital Management“, das vor zwei Jahren in Konkurs ging, sowie zur dazugehörigen Unternehmensstruktur.

Durchsuchungen in mehreren Ländern

Parallel dazu untersuchte die Staatsanwaltschaft 27 Unternehmen, die ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen sind. Zusätzliche Maßnahmen richteten sich gegen Akteure des Finanzsektors, darunter Banken und Lebensversicherungsgesellschaften. Diese stehen nach aktuellem Stand jedoch nicht selbst unter Verdacht.

In Luxemburg konzentrierten sich die Ermittlungsmaßnahmen laut Staatsanwaltschaft auf die Hauptstadt, das Zentrum sowie den Norden des Landes. Im Rahmen der internationalen Rechtshilfe wurden außerdem Maßnahmen in Monaco, der Schweiz und Belgien durchgeführt. Darüber hinaus wurden bewegliche und unbewegliche Vermögenswerte beschlagnahmt, um eine mögliche spätere Einziehung sicherzustellen.

Ermittlungen dauern an

An der Operation waren rund sechzig Angehörige der Großherzoglichen Polizei sowie sieben Mitarbeiter des Vermögensverwaltungsamtes beteiligt. Die Ermittlungen dauern an.

Die Staatsanwaltschaft betont, dass für die betroffenen Personen die Unschuldsvermutung gilt. (les)

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