Sanem

Mehr Schatten im Park Belval, ein neuer Schulhof – und ein Eklat im Gemeinderat

Mit neuen Bäumen im Park Belval und einem naturnah gestalteten Schulhof investiert Sanem in mehr Lebensqualität. Überschattet wird die Sitzung jedoch von einer kontroversen Debatte um die Informationspolitik.

Sitzgelegenheiten im sonnigen Park Belval mit grünen Bäumen und klar blauem Himmel

An manchen Ecken befinden sich die Sitzgelegenheiten im Park Belval in der prallen Sonne Foto: Editpress-Archiv/Isabella Finzi

Es soll mehr Schatten im Park Belval entstehen – zumindest ist das der Wunsch der Gemeinde Sanem. Am Freitagmorgen bewilligte der Gemeinderat 70.000 Euro für die Nachpflanzung zusätzlicher Bäume. Zwar seien bereits bei der Anlage des Parks Bäume vorgesehen gewesen, jedoch nicht in ausreichender Zahl. Zudem hätten sich einige aufgrund des schwierigen Untergrunds nicht wie erhofft entwickelt. Der Park wurde auf einer ehemaligen Deponie errichtet.

Insbesondere im Bereich der „Bande active“, wo sich unter anderem Spielplätze befinden, sowie rund um die Möblierung sollen künftig zusätzliche schattenspendende Vegetationsflächen entstehen. Geplant ist eine vielfältige Mischung aus Baumarten. Da die neu gepflanzten Bäume jedoch Zeit benötigen, um ausreichend Schatten zu spenden, sollen kurzfristig auch einige Sitzflächen versetzt werden.

Eine Pause mitten im Grünen

Deutlich teurer als die neuen Bäume im Park Belval wird die Begrünung des neuen Schulhofs der Schule in Sanem. Insgesamt investiert die Gemeinde 1.365.000 Euro in das Projekt. Geplant sind sieben verschiedene Bereiche, in denen sich die Kinder künftig aufhalten und bewegen können. Grundprinzip ist dabei, möglichst wasserdurchlässige Bodenbeläge zu schaffen.

Auf Wunsch der Kinder und des Lehrpersonals ist zudem ein Labyrinth vorgesehen. Darüber hinaus entstehen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Tretroller. Neue Bewegungsangebote umfassen unter anderem ein kleines Fußballfeld, teilweise erneuerte Spielgeräte, einen Fitness- und einen Kletterbereich sowie eine Außenküche. Rückzugsmöglichkeiten bieten künftig Naturtipis, Hängematten und sogenannte „Vogelnester“.

Vorgesehen sind außerdem ein kleiner Außenklassenbereich sowie Obstbäume und Hochbeete für einen Schulgarten. Das Projekt wurde von allen Parteien gelobt. Bei künftigen Renovierungen weiterer Schulen wolle man prüfen, ob sich ein ähnlicher Ansatz umsetzen lasse.

Streit wegen einer Motion

Während der Großteil der Gemeinderatssitzung in gewohnter Routine ruhig verlief, kochten gegen Ende des Morgens die Emotionen hoch. Auslöser des heftigen Streits war eine Motion von „déi Lénk“.

Bereits im Februar hatte der Schöffenrat den Gemeinderat darüber informiert, dass das Gemeindebulletin mit den Sitzungsprotokollen künftig aus der Gemeindezeitung „kuerz & knapp“ ausgegliedert werden soll. Zudem plane man, die Protokolle künftig nur noch digital und in gedruckter Form lediglich auf Anfrage zur Verfügung zu stellen.

Gemeinderätin Myriam Cecchetti („déi Lénk“) sieht darin einen Verstoß gegen die im Gemeindereglement festgelegte Informationspflicht. In ihrer Motion forderte sie die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, um alternative Lösungen zu prüfen. Unterstützung erhielt sie von der Opposition, darunter Vertreter von DP, „déi gréng“, der Piratenpartei und der ADR. Sie übten scharfe Kritik an der Kommunikationspolitik der Gemeinde.

In der anschließenden hitzigen Debatte warf Cecchetti der Bürgermeisterin Zustände „wie unter Donald Trump und Viktor Orban“ vor. Nach einem Wortwechsel mit Max Krippler (LSAP) stürmte sie schließlich für mehrere Minuten aus dem Sitzungssaal.

Die Motion wurde anschließend mit den Stimmen der Mehrheit abgelehnt – obwohl auch aus deren Reihen der Wunsch nach einer Arbeitsgruppe geäußert wurde. Bürgermeisterin Simone Asselborn-Bintz betonte, man werde die Einrichtung einer solchen Arbeitsgruppe prüfen, wolle sich als Schöffenrat jedoch nicht dazu verpflichten.

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So soll der Schulhof in Sanem in Zukunft aussehen Plan: LSC360

Neue Gemeinderätin vereidigt

Anne Logelin (CSV) ist mit sofortiger Wirkung aus dem Gemeinderat von Sanem zurückgetreten. Als Grund wurde Zeitmangel genannt. Bei der Sitzung am Freitag war sie nicht anwesend. Für Logelin rückt nun Sandrine Reuter nach. Die junge Mutter eines Sohnes hat in Köln und Brüssel studiert und arbeitet mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen. Seit 30 Jahren ist sie Mitglied im Sanemer Musikverein, wo sie Bariton spielt und sich seit zehn Jahren als Präsidentin engagiert. Die Mitgliedschaft in der CSV sei ihr quasi „in die Wiege gelegt worden“, sagt sie in ihrer Rede. Als Präsidentin der Chancengleichheitskommission bringt Reuter bereits politische Erfahrung mit. Künftig möchte sie ihren Fokus insbesondere auf das Ehrenamt legen.

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