Luxemburg-Stadt

Mehr Nachtbusse in der Hauptstadt? Bürgermeisterin sieht keinen Bedarf

Wann zeigen AVL-Busse die nächsten Anschlüsse an? Und könnten Fahrgäste nachts zwischen zwei Haltestellen aussteigen? Die Stadt Luxemburg hat auf mehrere Fragen von François Benoy („déi gréng“) zum Busangebot geantwortet.

Zufriedene Fahrgäste? Die Stadt zeigt sich in dieser Frage zuversichtlich.

Zufriedene Fahrgäste? Die Stadt zeigt sich in dieser Frage zuversichtlich. Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Eine Infotafel im Bus zeigt die Anschlussmöglichkeiten und die jeweiligen Abfahrtszeiten zum nächsten Halt an – was in mehreren europäischen Städten, darunter Zürich, bereits Realität ist, sei seit Jahren für den Busdienst „Autobus de la Ville de Luxembourg“ (AVL) angekündigt, aber immer noch nicht umgesetzt worden. Das geht aus einer schriftlichen Frage von François Benoy („déi gréng“) an den Schöffenrat hervor. Er wollte unter anderem wissen, warum die Busse der Hauptstadt noch nicht mit dieser Funktion ausgestattet wurden und wann damit zu rechnen sei. Des Weiteren stellte er mehrere Fragen zum nächtlichen Busangebot, überwiegend mit Blick auf die gefühlte Sicherheit.

François Benoy sitzt für „déi gréng“ im Gemeinderat der Hauptstadt

François Benoy sitzt für „déi gréng“ im Gemeinderat der Hauptstadt Foto: Editpress/Miguel Moutinho De Sousa

Kleine Bildschirme, viele Anschlüsse

Aus der von Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP) unterzeichneten Antwort geht hervor, dass vor allem die Lesbarkeit auf den kleinen Infotafeln eine Herausforderung darstellt. Gerade an großen Umsteigepunkten wie Hamilius oder dem Hauptbahnhof gibt es zahlreiche Busverbindungen. Würden zu viele Informationen gleichzeitig auf den relativ kleinen Bildschirmen in den Bussen angezeigt, könnte dies für die Fahrgäste unübersichtlich werden.

Die AVL würden daher mit dem Hersteller prüfen, wie die Informationen an stark frequentierten Umsteigepunkten dargestellt werden können. Falls eine Lösung gefunden werde, könnte das erforderliche Zusatzmodul installiert werden. „In diesem Fall müssen bei dieser Entscheidung jedoch auch wirtschaftliche Erwägungen und die Fristen für die Bereitstellung berücksichtigt werden, da der derzeitige Vertrag über das Telemetriesystem Ende 2028 ausläuft“, steht in der Antwort. Wann und ob die Funktion tatsächlich eingeführt werden könnte, bleibt damit zunächst offen.

Die vielen Abfahrzeiten am Hamilius sind laut Stadt schwer auf kleinen Anzeigetafeln darstellbar

Die vielen Abfahrzeiten am Hamilius sind laut Stadt schwer auf kleinen Anzeigetafeln darstellbar Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Stadt sieht Nachtangebot als ausreichend

Auch das Busangebot am Abend und in der Nacht war Thema der Anfrage. „Zahlreiche Fahrgäste berichten regelmäßig von einem reduzierten Busangebot am Abend und in der Nacht“, schreibt Benoy. Die Reisenden müssten daher länger an den Bushaltestellen warten, was sich wiederum auf das Sicherheitsgefühl auswirken könne. Polfer widerspricht dieser Darstellung in ihrer Antwort und verweist darauf, dass die AVL nur gelegentlich Rückmeldungen bekomme.

Grundsätzlich sei der Busdienst der Ansicht, dass das Abend- und Nachtangebot die Nachfrage derzeit zufriedenstellend deckt. Die Stadt beruft sich dabei auf Nutzerdaten und eingegangene Beschwerden. Zudem sei das Angebot in den vergangenen Jahren nicht reduziert, sondern erweitert worden. Als Beispiel nennt Polfer die Einführung der Nachtlinie CN8 im Juli 2023. Sie zeigt sich dennoch offen gegenüber „konkreten Verbesserungsvorschlägen“.

Aussteigen zwischen den Haltestellen

Nach Benoys Vorstellung könnte das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste auch dadurch gesteigert werden, wenn diese zwischen zwei Haltestellen aussteigen dürften. Der Fußweg nach Hause wäre damit verkürzt. Benoy verweist auf die Hansestadt Hamburg, wo dies bereits möglich sei. Polfer argumentiert wiederum, dass dies aufgrund der geltenden Bestimmungen nicht durchführbar sei. Außerdem würde ein Ausstieg zwischen den Haltestellen nicht automatisch für mehr Sicherheit sorgen. Denn viele Orte erfüllten nicht die Voraussetzungen für ein gefahrloses Aussteigen. Je nach Situation könne eine solche Regelung daher sogar den gegenteiligen Effekt haben.

„Es sei zudem daran erinnert, dass dem Dienst AVL bislang keine wesentlichen oder wiederkehrenden Sicherheitsprobleme im öffentlichen Nahverkehr bekannt sind, die die Einführung einer solchen Maßnahme rechtfertigen würden“, heißt es in der Antwort. Bei Bedarf könnten sich Fahrgäste zudem an die Fahrer wenden.

1 Kommentare
Luxmann 25.09.202608:54 Uhr

Ein gutes angebot an nachtbussen zu organisieren ist sicher teuer und die nachfrage ist diesbezueglich vielleicht ungenuegend.
Da die taxis in der nacht zum teil exorbitante preise berechnen, koennte die stadt vielleicht ueber ein angebot von staedtischen nachttaxis zu fairen preisen nachdenken.

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