Luxemburg-Stadt
Marching-Bands und ein Pop-Up-Kino sollen mehr Leben ins Bahnhofsviertel bringen
Wieder einmal steht das „Garer Quartier“ in der Kritik. Mit mobilen Musikgruppen und einem Kino auf Zeit will die Stadt Luxemburg das Viertel nun beleben. Das teilten die Stadtverantwortlichen am Mittwochmorgen beim „City Breakfast“ mit.
Unter anderem Marschkappellen sollen in Zukunft für mehr Dynamik in dem Viertel rund um den hauptstädtischen Bahnhof sorgen Archivfoto: Editpress/Alain Rischard
Die Situation und der Zustand der Geschäftswelt im „Garer Quartier“ sind aktuell Thema. Das nachdem die hauptstädtische Gemeinderätin Anne Kaiffer (DP) vergangene Woche in einem Zeitungsinterview sagte, dass sie nach der Aufgabe ihrer Metzgerei im Bahnhofsviertel nicht mehr an dieses glaube. Handelsschöffe Maurice Bauer (CSV) reagierte und führte diese Aussagen auf den Frust der Geschäftsfrau zurück. „Diese Mehrheit glaubt zu 100 Prozent an das Bahnhofsviertel“, unterstrich er Anfang der Woche im Gespräch mit dem Tageblatt.
Beim sogenannten „City Breakfast“ am Mittwochmorgen erklärte Maurice Bauer nun gemeinsam mit Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP), wie wieder mehr Leben in das Bahnhofsviertel kommen soll. „Wir wollen die Animation, die wir jetzt bereits haben, noch ausweiten“, so Maurice Bauer. Er kündigte an, dass im Rahmen der Initiative „Gare Grooves“ zwischen dem 11. Juni und dem 30. Juli „Marching Bands“ im Viertel unterwegs sein werden.
Diese Musikgruppen, die während dem Spielen oft in Formation und mit choreografierten Bewegungen marschieren, werden am Bahnhofsplatz, am Pariser Platz oder am Strasburger Platz starten und sich von dort aus an sechs Donnerstagen durch das Viertel bewegen. Bereits während der vergangenen zwei Sommer wurden im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gare grooves“ immer donnerstags kostenlose Konzerte organisiert.
Nachbarschaftsfeste und Kinofilme
Das sei bei den Leuten gut angekommen, sagte Maurice Bauer am Mittwoch beim dem monatlichen Zusammenkommen mit der Presse. „Es war kein Massenerfolg, aber die Initiative kam an. Wir haben damit eine positive Botschaft an das Viertel gesendet.“ Anwohnerinnen und Anwohner sowie Geschäftsleute begrüßten die Idee laut dem Handelsschöffen. Nun wolle man damit weiter machen, „nur nicht so statisch wie bislang.“
Die Auftritte der Marching Bands werden laut Maurice Bauer von einer Art Nachbarschaftsfeste begleitet. Daneben sind aber auch zwei klassische Konzerte am Bahnhofsplatz geplant. Die Initative soll Bauer zufolge das „Leben im Viertel unterstützen und für positive Stimmung sorgen.“ Dabei könnten laut der hauptstädtischen Bürgermeisterin Lydie Polfer „neue Freundschaften“ entstehen.
Kritik aus eigenen Reihen
Die hauptstädtische Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP) informierte am Rande des „City Breakfast“ am Mittwochmorgen auf Nachfrage darüber, mit Rätin Anne Kaiffer (DP) über ihre Aussagen in einem Zeitungsartikel gesprochen zu haben. Als Mitglied des Gemeinderats und der blau-schwarzen Mehrheit hatte die Lokalpolitikerin das Vorgehen der Stadt in Bezug auf die Probleme im Bahnhofsviertel kritisiert. Lydie Polfer sagte am Mittwoch nun, dass sie und die Rätin sich bezüglich der Probleme des Viertels einig seien.
Und nicht nur „Gare Grooves“ soll die Straßen rund um den Bahnhof beleben. In der rue Origer ist die Eröffnung eines Pop-Up-Kinos geplant. „Dieses setzen wir in Zusammenarbeit mit der ‚Cinémathèque‘ um, in der aktuell ja Umbauarbeiten laufen“, so Maurice Bauer. Das vorübergehende Kino wird einen einzigen Saal mit maximal 30 Plätzen beinhalten. Die Stadt hofft, dieses im Herbst eröffnen zu können. Der Handelsschöffe sieht darin „ein Element, um das Bahnhofsviertel zu unterstützen.“