„Aus gesundheitlichen Gründen“

Marc Lies tritt als Bürgermeister von Hesperingen zurück

Marc Lies zieht sich „aus gesundheitlichen Gründen“ aus der Kommunalpolitik in Hesperingen zurück und gibt den Bürgermeisterposten auf

Marc Lies zieht sich „aus gesundheitlichen Gründen“ aus der Kommunalpolitik in Hesperingen zurück und gibt den Bürgermeisterposten auf Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Nach über 25 Jahren kommunalpolitischer Arbeit zieht sich Marc Lies „aus gesundheitlichen Gründen“ aus seinem Amt als Bürgermeister von Hesperingen zurück. In den kommenden Tagen wird er offiziell seinen Rücktritt beim Großherzog einreichen. Auch dem Gemeinderat wird er künftig nicht mehr angehören. Das teilt die CSV Hesperingen am Montagnachmittag in einem Presseschreiben mit. 

Lies war über 25 Jahre in der Kommunalpolitik aktiv. Er wurde im Jahr 2000 erstmals in den Gemeinderat gewählt, übernahm 2005 das Amt des Schöffen und wurde im Januar 2009 zum Bürgermeister vereidigt. Dieses Amt hatte er seither durchgehend inne. Seit Herbst 2009 ist er zudem Mitglied der Abgeordnetenkammer – dieses Mandat wird er weiterhin ausüben.

In einer persönlichen Erklärung betont Lies, dass ihm die Entscheidung nicht leichtfalle, er das Amt jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mit der notwendigen Kraft ausüben könne. Er wolle sich künftig auf seine parlamentarische Arbeit konzentrieren.

Unter Druck geraten

Lies war in den vergangenen Monaten wegen diverser Affären vermehrt unter Druck geraten. Besonders kritisch wurde sein öffentlicher Kommentar auf Facebook aufgenommen, in dem er die brutale Tötung von fünf Hühnern in einem privaten Stall mit der Flüchtlingspolitik von Jean Asselborn in Verbindung brachte. Er machte in einem emotionalen Beitrag die „offene Tür“-Politik und eine angeblich deregulierte Gesellschaft verantwortlich. Später relativierte er seine Aussagen. Der Post sei falsch gewesen, dennoch betonte er erneut die Verantwortung der Politik für Sicherheit. Sein Kommentar stieß auf breite Kritik und trug zur Verschärfung des politischen Klimas bei.

Zu Jahresbeginn hatte Lies angekündigt, seine politischen Mandate aus gesundheitlichen Gründen zwei Monate ruhen zu lassen. Nach 29 Tagen kehrte er zurück und es gab die nächste Affäre. Grund war eine E-Mail des Bürgermeisters an Parteikollegen. Darin beleidigte er die Oppositionspolitiker Stephen De Ron und Mathis Godefroid und warf ihnen vor, Skandale zu inszenieren und Informationen aus nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzungen weiterzugeben. Hintergrund war ein Streit um die Transparenz eines disziplinarischen Verfahrens gegen einen Ex-Gemeindebeamten.

Lies verteidigte sein Vorgehen und die Arbeit der Gemeinde, räumte aber ein, aus Ärger emotional reagiert zu haben. Er betonte, seine Argumente künftig sachlich vorbringen zu wollen. Die Veröffentlichung seiner E-Mail in der Presse kommentierte er mit Verwunderung. Bereits im Januar hatte Lies angekündigt, seine Ämter vorübergehend ruhen zu lassen – kehrte jedoch nach nur 29 Tagen zurück, ohne zur Ruhe gekommen zu sein. (DJ/cs)

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