Schengen Marina in Schwebsingen

Luxemburgs einziger Yachthafen setzt auf Inklusion statt nur auf Boote

Am vergangenen Freitagabend fand die Saisoneröffnung der „Schengen Marina asbl“, Betreiberin des einzigen Yachthafens des Landes, statt. Einmal mehr wurde deutlich: In Schwebsingen geht es längst um mehr als Boote und Liegeplätze. Das Projekt verbindet touristische Ambitionen mit einem sozialen Anspruch. Inklusion, Ausbildung und Zusammenhalt stehen im Mittelpunkt.

Gemeinschaftliche Inklusion und Solidarität in der Gemeinde Schengen bei einem gemeinsamen Event im Freien

Gelebte Inklusion und Solidarität sind Teil des Konzepts in der Gemeinde Schengen Foto: Laure Estgen

„16 Nationalitäten arbeiten hier eng zusammen“, erklärte Ramon Hemmer, einer der Mitbegründer der „Schengen Marina“ in Schwebsingen an der Mosel. Ziel sei es, Menschen auszubilden, Perspektiven zu schaffen und Inklusion konkret zu leben. Hemmer bedankte sich ausdrücklich bei der Gemeinde Schengen und der Regierung für die Unterstützung.

Dabei knüpft das Projekt an einen Ansatz an, den Hemmer bereits an anderer Stelle, etwa bei der „Erliefnis Baggerweier asbl“, verfolgt: praktische Integration im Alltag. Statt abstrakter Konzepte stehen konkrete Aufgaben, Begegnungen und gemeinsame Arbeit im Mittelpunkt. Menschen sollen nicht am Rand stehen, sondern aktiv in den täglichen Betrieb eingebunden werden. Zudem gehe es darum, Brücken zwischen dem zweiten und dem ersten Arbeitsmarkt zu bauen.

Teil eines Netzwerkes

Gilles Estgen, geschäftsführender Gesellschafter der „Schengen Marina asbl“, stellte bei der Eröffnung den Teamgedanken in den Vordergrund: „Wir haben ein starkes Team. Schön zu sehen, dass wir Schritt für Schritt vorankommen. Wir wollen zeigen, dass es funktioniert.“ Ein besonderer Dank ging an Ramon Hemmer: „Ohne Ramon wären wir heute nicht hier. Ohne die Unterstützung der Gemeinde und der Regierung ebenfalls nicht.“

Zur neuen Saison wurden weitere Angebote geschaffen. Die Marina verfügt nun über eine neue „Capitainerie“ sowie einen kleinen Laden für Bootsbesucher. Angeboten werden dort Produkte des täglichen Bedarfs, möglichst regional, lokal oder national produziert.

Die Verantwortlichen sehen die Schengen Marina nicht als isolierten Standort, sondern als Teil eines größeren Netzwerks. Verbindungen bestehen unter anderem zur „Baggerweier asbl“, zum Monatsmarkt in Schwebsingen und zum Fischteich Carpodrome. Ziel sei es, Angebote der Region noch stärker miteinander zu verknüpfen.

Alt-Tag: Regale im Hafenshop mit regionalen und nationalen Produkten des täglichen Bedarfs in moderner Ladenatmosphäre

Im neuen Hafenshop werden Produkte des täglichen Bedarfs, möglichst regional oder national, angeboten Foto: Marco Goetz

„Es bewegt sich etwas“

Bürgermeister Michel Gloden zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung: „Was hier passiert, ist ein Erfolg. Es bewegt sich etwas, es wird gearbeitet.“ Die Gemeinde freue sich darüber, dass die Schengen Marina „den Wind voll in den Segeln“ habe.

Auch Wirtschaftsminister Lex Delles sagte der Initiative seine volle Unterstützung zu. Er verwies nicht nur auf die Bedeutung des größten Yachthafens des Landes, sondern vor allem auf dessen gesellschaftliche Aufgabe. Die Gemeinde nehme ihre Verantwortung ernst und begleite das Projekt aktiv.

Immer stärker entwickelt sich die Schengen Marina zu einem Ort der Begegnung. Mit Strandbar, zwei Restaurants vor Ort, weiteren Gaststätten in unmittelbarer Nähe und den umliegenden Weingütern gehört der Hafen inzwischen zu den angenehmeren Treffpunkten an der Mosel. Gelebte Inklusion und Solidarität sollen hier kein Zusatz sein, sondern Teil des Konzepts.

Jachthafen an der Moselufer mit Segelbooten, einziger Hafen in Deutschland, idyllische Flusslandschaft

Der einzige Yachthafen des Landes liegt an der Mosel Foto: Editpress/Claude Lenert

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