Kapenaker an der Mosel
Ein Hof erwacht nach 100 Jahren
Jahrzehntelang war der Hof in der Gemeinde Wormeldingen verlassen. Heute steht er beispielhaft für eine lebendige Agrarkultur im ländlichen Raum.
Wie lässt sich Leben im ländlichen Raum künftig gestalten? Foto: Editpress/Marco Goetz
Im kleinen Kapenaker, einem Weiler der Gemeinde Wormeldingen oberhalb der Mosel, wird heute wieder gelebt. Hundert Jahre nach der Aufgabe des Hofes sind Stefanie Hildebrand und Nicolas A. Marxen 2024 in das Gebäude eingezogen, das sie seit 2018 Schritt für Schritt wieder aufgebaut und um Gästezimmer sowie Veranstaltungsräume erweitert haben.
Der Ort blickt auf eine lange Geschichte zurück. Kapenaker gehörte einst zur Abtei Echternach. Der Hof wurde 1885 errichtet, jedoch bereits 1924 wieder verlassen. Beim Wiederaufbau entschieden sich die Eigentümer dafür, die ursprünglichen Dimensionen des Gebäudes zu erhalten.
Für Stefanie Hildebrand geht es dabei um mehr als die Restaurierung eines historischen Ortes. Alt und Neu, Jung und Alt sollten zusammenkommen, sagte sie. Im Mittelpunkt stehe die Frage, wie Leben im ländlichen Raum künftig gestaltet werden könne.
Für Landwirtschaftsministerin Martine Hansen steht das Projekt „Rooms&Blooms“ beispielhaft für eine lebendige Agrarkultur. Die gelte es zu erhalten. Auch Tourismusminister Lex Delles lobte den Umbau und verwies zudem auf die Blumenfelder von „Kapenaker Blooms“, die inzwischen eng mit dem Ort verbunden seien. Wichtig seien darüber hinaus die neu geschaffenen Übernachtungsmöglichkeiten, gerade in einer Region, in der es weiterhin vergleichsweise wenige Hotelkapazität gebe. (mago)
Treffen im Grünen: Martine Hansen, Stefanie Hildebrand, Nicolas A. Marxen, Lex Delles (v.r.) Foto: Editpress/Marco Goetz