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Luxemburger Metal in Wacken, Wut auf die Philharmonie und Zahltag in der Filmbranche

Was beschäftigte die nationale Kulturszene diese Woche? Und welche Veranstaltungen klingen vielversprechend? Die Antworten gibt es im Kurzformat.

Symbolbild: Was bewegt die Kulturszene in Luxemburg und welche Events klingen vielversprechend?

Symbolbild: Was bewegt die Kulturszene in Luxemburg und welche Events klingen vielversprechend? Quelle: Pexels

Luxemburger Metal in Wacken

Am 9. Mai ist es in der Rockhal in Esch soweit: Ab 18.30 Uhr entscheidet Luxemburg, welche Metal-Band das Großherzogtum 2026 beim Wacken Open Air vertritt – einem der bedeutendsten Metal-Festivals weltweit. Im Rennen sind Kraton (s. Foto), Blame The Others, Mindpatrol, Urban Spine, Blanket Hill und Asathor. Die ausgewählte Band tritt in Wacken gegen mehr als 40 internationale Gruppen an. Den fünf Bestplatzierten winkt Sponsoring, beispielsweise durch Musikunternehmen. Das „Battle“ in Wacken findet am 29. Juli und am 1. August statt. Infos, Karten und Line-Up in der Rockhal: rockhal.lu. (ispi)


Das Musikgeschäft ist total im Arsch und in Luxemburg ist es umso schlimmer (...). Ich soll 20 Euro bezahlen, um aufzutreten? In einem Gebäude, zu dem ich jeden Monat mit meinem hart verdienten Geld beitrage? Das ist so unglaublich, da könnte ich kotzen.

Georges Majerus

Luxemburger Musiker über eine Jam-Session der Philharmonie, bei der interessierte Künstler den vollen Eintrittspreis zahlen mussten, auch wenn sie musikalisch zum Abend beitrugen

(Das Zitat wurde vom Englischen ins Deutsche übersetzt)


Sparkling Voices in Grevenmacher

Die Muselfénkelcher aus Grevenmacher feiern ihr 50. Jubiläum – und laden deshalb zum Kinder- und Jugendchorfestival an der Mosel ein. Am 1. Mai gibt es von 15.00 bis 16.30 Uhr kostenfreie, halbstündige Konzerte quer durch Grevenmacher verteilt. Zu hören sind der Dresdner Mädchen- und der Wolfratshauser Kinderchor (beide DE), die Chorale Els Virolets (ES), Skólakór Kársness (ISL) sowie Pueri Cantores und die Muselfénkelcher (beide LU). Am 2. Mai endet das Festival um 19 Uhr mit einem gemeinsamen Konzert aller Chöre im Kulturzentrum Machera. Hierfür braucht es ein Ticket (15 Euro). Weitere Infos: muselfenkelcher.eu. (ispi)


Rückzahlungen an den Film Fund Luxembourg

„Wer Einnahmen generiert, muss diese zurückzahlen, im Verhältnis zur Beteiligung des Film Fund“, beschreibt Guy Daleiden (Direktor Film Fund Luxembourg) das nationale Filmförderungsmodell seit 2014 im Tageblatt-Interview. Er bezieht sich damit auf die Finanzierungshilfen, die Luxemburger Produktionsfirmen beim Film Fund beantragen können. Der Abgeordnete Marc Goergen (Piraten) forderte in drei parlamentarischen Anfragen an Kulturminister Eric Thill (DP) Details dazu ein, unter anderem in Bezug auf die Insolvenz der Produktionsfirma Paul Thiltges Distributions (PTD).

Der Abgeordnete Marc Goergen (Piratepartei Lëtzebuerg) reichte mehrere Fragen zum Film Fund Luxembourg ein

Der Abgeordnete Marc Goergen (Piraten) reichte mehrere Fragen zum Film Fund Luxembourg ein Foto: Editpress/Julien Garroy

Eine von Goergens Fragen: Wie hoch sind die Rückzahlungen an den Film Fund seit 2015? Das Kulturministerium spricht von 5.246.849 Millionen Euro (Stand 2025) – in demselben Zeitraum wurden 384.214 Millionen in Filmprojekte investiert. Kurzfilme sind seit 2022 von den Rückzahlungen ausgeschlossen, weil „dës Wierker keng kommerziell Exploitatioun hunn“. PTD schuldet dem Film Fund derweil noch rund 63.000 Euro.

5 Millionen

zahlten Produktionsfirmen, die Finanzierungshilfen vom Film Fund Luxembourg erhielten, seit 2015 an den Fonds zurück

Wie viel Geld die Produktionsfirmen mit den bezuschussten Projekten einnehmen, erfasst der Film Fund nicht systematisch. Die Finanzierungshilfe des Film Fund mache nur einen Bruchteil des Gesamtbudgets aus, so das Kulturministerium. „D’Gestioun an de Suivi vun de Recetten, déi aus der ganzer Welt stamen, falen an de Beräich vun der Distributioun, deen eegestänneg als Aktivitéitssecteur besteet, an net zu de Missioune vum Filmfong gehéiert“, schreibt Thill. Wer Gelder vom Film Fund erhalte, müsse aber regelmäßig eine Zusammenfassung der Netto-Einnahmen vorlegen, auf dessen Grundlage die oben erwähnten Rückzahlungen erfolgen. „De Filmfong kontrolléiert d’Anhale vun den Delaie souwéi d’Kohärenz tëscht den deklaréierte Montanten an d’Réckbezuelungen.“ (ispi)


CAL Generalversammlung im Vauban Museum

Wenn vom CAL (Cercle Artistique de Luxembourg) die Rede ist, dann meist anlässlich der jährlichen Herbstausstellung „Salon du CAL“ oder von der thematisch ausgerichteten Frühjahrsexpo. Doch es gibt weit mehr über die älteste Künstlervereinigung des Landes zu berichten – vor allem im Hinblick auf 2025. Dort kam es zum viel beachteten Präsidentenwechsel. Außer der Neubesetzung des Präsidentenpostens mit Pierre Reuter wurden mit Claude Kremer und Xavier Karger zwei neue Mitglieder in den im CAL-Vorstand aufgenommen, das Mandat von André Haagen wurde erneuert. Die bei der Generalversammlung anwesenden Mitglieder konnten außerdem fünf neue Mitglieder in den CAL aufnehmen. Darüber hinaus organisierte der CAL 2025 gemeinsam mit der Vereinigung Viart die „Biennale des étudiants en Art et jeunes artistes“, wo Jungtalente ausgezeichnet wurden. Die Schau präsentierte im August-September 2025 Werke von 14 Künstlern und Künstlerinnen in der „Veiner Konschtgalerie“. Die Erstplatzierten Julie Biver und Auriane Bail werden in diesem Sommer in Vianden eine Künstlerresidenz haben. Diese Biennale findet also erneut 2027 statt. Die diesjährige Generalversammlung des CAL wird am 24. April in der Villa Vauban abgehalten. Den Mitgliedern bietet sich bei dieser Versammlung auch die Gelegenheit die interessante Ausstellung „Art luxembourgeois du 20e siècle“, die nur noch bis zum 17. Mai in der Villa Vauban programmiert ist, anzusehen. (Red.)


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