Romanadaption
Komprimiertes Epos: „Der Zauberberg“ im Grand Théâtre
Die Koproduktion „Der Zauberberg“ dampft Thomas Manns Meisterwerk auf eine knapp zweistündige Inszenierung ein – die Erzählung verliert dabei aber nichts von ihrer Komplexität.
Die Schauspieler (v. l. n r.): Jeanne Werner, Bettina Kerl, Tilman Rose, Laura Laufenberg, Michael Scherff, Tim Breyvogel Foto: Alexi Pelekanos
Eigentlich möchte der junge Schiffbauer Hans Castorp seinem lungenkranken Vetter Joachim Ziemßen nur einen kurzen Besuch abstatten, als er sich auf den Weg zum Sanatorium Berghof macht. Da weiß er noch nicht, dass sein Aufenthalt in der Heilstätte sieben lange Jahre dauern wird. Dort angekommen macht er zügig die Bekanntschaft mit den Menschen, die diese entrückte Welt bevölkern. Er lernt den Psychoanalytiker und „Seelenzergliederer“ Dr. Krokowski kennen und gerät ins Visier von Hofrat Behrens, einem vierschrötigen wie geldgierigen Arzt, der bei Castorp einen Katarrh diagnostiziert und ihn aufgrund dessen mindestens ein halbes Jahr dabehalten möchte, sowie dessen rechte Hand Adriatica von Mylendonk.