Einrichtung für Geflüchtete

Klage gegen Differdinger Stadtverwaltung: Asbest im ehemaligen Schwesternhaus?

Die Situation rund um Differdingens Einrichtungen für Geflüchtete ist angespannt. Die Vorwürfe: Feuchtigkeits- und Hygieneprobleme sowie eine potenzielle Gefahr durch Asbest. Am vergangenen Mittwoch kam es in der Gemeinderatssitzung zu einer Fragestellung von „déi gréng“, die unter anderem eine Klage gegen die Stadtverwaltung aufgriff.

Die Zustände im Schwesternhaus (links) neben dem alten Kloster sind laut „déi gréng“ unzumutbar – aus der Klosteranlage soll ein neuer Schulcampus werden

Die Zustände im Schwesternhaus (links) neben dem alten Kloster sind laut „déi gréng“ unzumutbar – aus der Klosteranlage soll ein neuer Schulcampus werden Foto: Editpress/Alain Rischard

Die Einrichtung für Geflüchtete „Schwësterhaus“ in der rue de l’Hôpital sei mit Asbest belastet: Ein Mitglied der Kommission für Wohnungswesen habe die Differdinger Grünen darüber informiert, dass eine Klage gegen die Gemeindeverwaltung und das „Office national de l’accueil“ (ONA) vorliegt. „Ist dem so? Und wenn ja, welche juristischen Schritte wurden bereits unternommen?“, adressierte Oppositionsrätin Laura Pregno („déi gréng“) den Bürgermeister und Schöffenrat während der Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch.

Schöffe Gerard Hartung (CSV) bestätigte, dass eine Klage eines Mitarbeiters der Firma „G4S Security Solutions Sàrl“ gegen den Arbeitgeber, die Stadt Differdingen und die ONA vorliegt. Der Security-Mitarbeiter wolle Gewissheit darüber, ob die Sicherheit an seinem Arbeitsplatz im Schwesternhaus gewährleistet ist und forderte eine Analyse des Gebäudes, um eine Asbest-Belastung auszuschließen. Am 24. März wurde die Gemeindeverwaltung mit den Vorwürfen konfrontiert und handelte laut Hartung sofort: „Im April führten wir die geforderten Untersuchungen durch und das Resultat war negativ – es besteht keine Gefahr.“ Hartung händigte den Bericht der Analyse in der Gemeinderatssitzung aus. „Wir müssen jetzt nur den Gerichtsbeschluss abwarten“, ergänzte er.

Im Schwesternhaus (Foto) sollen unzumutbare Zustände herrschen – das „Centre Noppeney“ in Oberkorn sollte bereits vor zehn Jahren abgerissen werden

Im Schwesternhaus (Foto) sollen unzumutbare Zustände herrschen – das „Centre Noppeney“ in Oberkorn sollte bereits vor zehn Jahren abgerissen werden Foto: Editpress/Alain Rischard

Missstände und Lösungsansätze?

In ihrer Fragestellung wies Pregno ebenfalls auf die monatelangen Missstände in den Einrichtungen hin, Hartung präzisierte: „Als die Gemeindeverwaltung im Juni 2021 das Gebäude des Schwesternhauses übernahm, war es bereits in einem schlechten Zustand“, so der CSV-Politiker. „Wir müssen nach einer langfristigen Lösung suchen.“ Auch die Einrichtung „Centre Noppeney“ in Oberkorn sei in einem schlechten Zustand und sollte schon vor zehn Jahren abgerissen werden.

Die ehemalige „Maternité“ im Kloster (auch „Aalt Spidol“ genannt) sei keine Lösung zur Unterbringung der Geflüchteten, da es über keine zusätzlichen Räume wie Küche oder Waschraum verfüge. „Wir befinden uns aktuell im Austausch mit dem Familienministerium, dem Ministerium für Wohnungsbau und dem ONA und haben konkrete Pläne – nachdem zwei der geplanten Projekte nicht umgesetzt werden konnten“, erklärte Gerard Hartung. Mehr könne man zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht verraten. Da die Gebäude der Stadtverwaltung zurzeit umgebaut werden, logieren unter anderem der Bürgermeister und Schöffenrat, das Sekretariat und die Abteilung für Baugenehmigungen im alten Kloster. Auf der Klosteranlage soll zukünftig ein neuer Schulcampus entstehen – während das mittelalterliche Kloster geschützt ist, soll das Schwesternhaus laut Hartung abgerissen werden.

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