Energiewende

Keine Klimaanlage nötig? Wie eine Sanierung Hitzewellen erträglicher machen kann

Ganz Luxemburg hat während der Hitzwelle von Klimaanlagen geträumt. Doch es gibt auch andere Lösungen. Laut „Klima-Agence“ reicht auch bereits eine gute Energieeffizienz des Eigenheims für kühlere Sommernächte.

Ventilator mit rotierenden Flügeln sorgt für angenehme Luftzirkulation, kühlt Raum aber nicht dauerhaft ab

Ein Ventilator sorgt für kurzzeitige Erfrischung, kühlt aber den Raum nicht Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Die rezente Hitzwelle in Luxemburg hat bei vielen Menschen den Traum nach Abkühlung in den eigenen vier Wänden geweckt. Klimaanlagen sind aktuell schwer zu bekommen. Die Wartezeit beträgt mindestens zwei Monate – und dann ist der Sommer schon wieder vorbei. Es gibt auch andere langfristige Lösungen, wie die „Klima-Agence“ in einer Pressemitteilung schreibt. Die Umsetzung dauert zwar etwas länger, hat aber auch noch andere Vorteile. Und: Sie sind besser für den Klimaschutz.

Das Zauberwort lautet Energiewende. Denn: „Eine gute Energieeffizienz in Verbindung mit einigen einfachen Maßnahmen im Alltag trägt dazu bei, die Innenraumtemperatur angenehm kühl zu halten“, schreibt die „Klima-Agence“. Damit das funktioniert, muss der sommerliche Wärmeschutz bereits in der Planungsphase von Neubauten sowie bei der Sanierung von Altbauten fest verankert werden. So können Raumtemperaturen stabil gehalten werden. Eine Klimaanlage ist dann gar nicht mehr nötig – oder ihr Einsatz kann stark reduziert werden, um Energie zu sparen.

Holzfaser gegen Sommerhitze

Ein wichtiger Bestandteil dafür ist die Dämmung. „Die Wärmedämmung schützt nicht nur vor Kälte – im Sommer verlangsamt sie auch das Eindringen von Wärme in das Gebäude“, schreibt die Klima-Agence. Eine leistungsfähige thermische Isolierung bremst das Eindringen der Hitze über das Dach und die Wände aus. Besonders nachhaltig sind Holzfaser, die aufgrund einer höheren thermischen Speicherkapazität die Wärmeübertragung auch noch effektiver verzögern als konventionelle Dämmstoffe.

Neben baulichen Maßnahmen gibt es laut Klima-Agence auch viele bewährte Maßnahmen, um Häuser oder Wohnungen zu kühlen. Die Organisation empfiehlt, etwa Rollläden, Stores oder Vorhänge konsequent zu schließen, sobald die Sonne auf die Glasscheiben strahlt. Wenn die Außentemperaturen wieder kühler sind – insbesondere nachts und am frühen Morgen –, ist der richtige Zeitpunkt zum Lüften gekommen. Übrigens auch bei Neubauten. Durch das strategische Platzieren von Thermometern kann dieser Zeitraum besonders lange ausgenutzt werden.

Kanadischer Brunnen für kühle Luft

Bei Bauten mit einer kontrollierten mechanischen Lüftung kann es laut „Klima-Agence“ sinnvoll sein, den Luftaustausch während der heißesten Tagesstunden temporär zu drosseln oder ganz zu unterbrechen und die Intensität erst am Abend hochzufahren. Bei Neubauten könnte ein sogenannter kanadischer Brunnen die Luft weiter abkühlen. Dadurch wird die Außenluft durch im Boden vergrabene Rohre natürlich vorkühlt.

Sollte eine Klimatisierung trotzdem unumgänglich sein, gibt es Möglichkeiten, die Kosten zu verringern. Allem voran: eine Photovoltaikanlage. Diese kann die Betriebskosten erheblich senken, da die Stromerzeugung parallel zum Kühlbedarf im Sommer ihr Maximum erreicht. Fest installierte Split-Geräte sind dabei energetisch effizienter als mobile Apparate. Was viele nicht wissen: Auch manche Wärmepumpen bieten eine Kühlfunktion.

Mehr Schatten durch Begrünung

Damit urbane Räume erst gar nicht zu Hitzeinseln werden, sind Bäume, Hecken, Kletterpflanzen und begrünte Flächen unverzichtbar. Sie spenden Schatten und tragen auf natürliche Weise zur Abkühlung der Umgebung bei. Deswegen fordert die „Klima-Agence“, Klimaresilienz müsse auch auf Stadtbene und im Rahmen der allgemeinen Bebauungspläne der Gemeinden entstehen. Nebenbei wird mit insektenfreundlichen Pflanzen auch noch die Biodiversität gefördert.

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