„Enseignement général“
Kein Sitzenbleiben, trotz „Datzen“ – Lehrer erklärt, wie das geht
In allen Fächern „eng Datz“, also eine ungenügende Note, und trotzdem weiterkommen? Ja, das ist seit der Reform von 2017 in den unteren Klassen des „Enseignement secondaire général“ möglich. Ein Lehrer erläutert im Tageblatt-Gespräch, wie das genau funktioniert und wieso das zum Nachteil für die Schüler werden kann. Aber nicht alles an der Reform sei verwerflich, sagt er. Ein Bericht.
Da die Schulbevölkerung im „Enseignement général“ heterogener sei als jene im „Enseignement classique“, sei laut Bildungsministerium bei Ersteren die Organisation der unteren Klassen vor der Reform nicht flexibel genug gewesen, um den unterschiedlichen Profilen der Schüler Rechnung zu tragen. Foto: Editpress/Alain Rischard
Im Schuljahr 2017/2018 kam die neue Reform in den unteren Klassen des „Enseignemant secondaire général“ erstmals zum Einsatz. Seitdem können die Schüler auf 7eG und 6eG de facto nicht mehr sitzenbleiben. Im „Classique“ gilt das allerdings nicht und auch nicht ab der 4e „générale“, wo das Prinzip von vor der Reform weiterhin gültig ist. Ein Englischlehrer, der unter anderem im „Enseignement général“ unterrichtet, erklärt es gegenüber Tageblatt so: „Auf 7eG und 6eG können die Schüler in jedem einzelnen Fach eine ungenügende Note haben. In diesem Fall haben sie ihr Jahr zwar nicht bestanden – diese Möglichkeit gibt es sozusagen nicht mehr –, sondern auf ihrem Zeugnis steht dann ‚l’élève avance en 6eG‘.“ Vor der Reform hätte bei guten Noten explizit folgender Satz im Zeugnis gestanden: „L’élève réussit l’année de 7e.“ „Nun gibt es also kein ‚bestehen‘ oder ‚durchfallen‘ mehr, sondern nur noch ein ‚avancer‘“, sagt der Lehrer. „Auch mit nur ‚Datzen‘ kommt man weiter.“