„Grouft“ und „Stafelter“

Kein Licht am Ende der Tunnel: Verkehr in Autobahntunneln bleibt bis auf Weiteres eingeschränkt

Einspuriger Verkehr und Tempo 70 bremsen Autofahrer seit über einem Monat aus. Ursache sind strukturelle Probleme an Ventilatoren. Ersatzteile sind bestellt, doch eine Normalisierung der Situation bleibt weiter ungewiss. Zudem stehen weitere Wartungsarbeiten bevor.

Straßenbauverwaltung kündigt Wartungs- und Reinigungsarbeiten in Luxemburgs Autobahntunneln an

Die Straßenbauverwaltung kündigt Wartungs- und Reinigungsarbeiten in Luxemburgs Autobahntunneln an Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Bereits seit mehr als einem Monat verläuft der Verkehr auf der A7 stellenweise äußerst schleppend. Der Verkehr in den Tunneln „Grouft“ und „Stafelter“ wird derzeit immer noch einspurig geführt und ist auf eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h beschränkt. Dadurch müssen Autofahrer mehr Zeit einplanen und manchmal ein Nervenkleid aus Stahl aufzeigen – besonders in den Stoßzeiten.

Ein Licht am Ende des Tunnels scheint bislang nicht absehbar zu sein. Die Straßenbauverwaltung verwies auf die Nachfrage des Tageblatt, unter anderem, wann die Rückkehr zur Normalität stattfinden wird, lediglich auf eine von drei parlamentarischen Anfragen, die bereits vor rund einem Monat beantwortet wurden.

Das Tageblatt wollte außerdem von der Straßenbauverwaltung wissen, ob es wirklich notwendig ist, eine Fahrbahn auf unbestimmte Zeit zu sperren und dadurch den stellenweise ohnehin schon überlasteten Streckenabschnitt der A7 zusätzlich auszubremsen. Und ob speziell auf der gesperrten Überholspur eine Gefahr für Verkehrsteilnehmer besteht. Die Antwort: „Die Sperrung der Überholspur ist Teil der Sicherheitsmaßnahmen, die bei solch einem Vorkommen ergriffen werden müssen, um das Risiko eines Verkehrsunfalls auf ein Minimum zu beschränken.“

Ein strukturelles Problem

Zweimal hätten Ventilatoren bei regulären Wartungsarbeiten ausgesetzt, antwortete Transportministerin Yuriko Backes (DP) auf die parlamentarischen Anfragen. Anfangs sei man noch von einem „von außen verursachten Schaden“ ausgegangen. Doch nach einer detaillierten Analyse habe sich herausgestellt, dass es sich wohl um ein strukturelles Problem bei den Ventilatoren handelt. Deswegen sei es möglich, dass alle 52 Ventilatoren – die vom gleichen Hersteller stammen – in den beiden Tunneln betroffen sind.

Demnach hätten Maßnahmen ergriffen werden müssen, sodass die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer auch im Falle eines Unfalls mit Brand gewährleistet bleibt. Ersatzteile für die Ventilatoren seien bereits bestellt worden. Wann die eintreffen, steht allerdings noch offen.

Die Installation der Ventilatoren in den beiden Tunneln schlug mit 1,3 Millionen Euro zu Buche. Hinzu kommen Wartungskosten von rund 480.000 Euro seit 2016.

Die Streckenradars wurden übrigens auf die angepasste Geschwindigkeit in den Tunneln aktualisiert.

Weitere Arbeiten angekündigt

Die Straßenbauverwaltung kündigt darüber hinaus weitere Arbeiten in Luxemburgs Autobahntunneln an. Demnach beginne ihre erste Wartungs- und Reinigungskampagne des Jahres am Montag, dem 16. März, und sie soll bis Ende Mai andauern, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Im Mittelpunkt stehen die vorbeugende und die korrektive Wartung an sicherheitsrelevanten Anlagen. Zudem prüfen Techniker das Zusammenspiel der verschiedenen Systeme und reinigen die Tunnelwände.

Um den Verkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen, finden die meisten Arbeiten nachts statt. Die Planung berücksichtigt außerdem die Abstimmung mit anderen Baustellen im Straßennetz, schreibt die Straßenbauverwaltung. Dennoch werde es zu Straßensperrungen mit Umleitungen kommen.

Eine zweite Wartungs- und Reinigungskampagne ist zwischen Anfang September und Anfang November vorgesehen. Die genauen Termine für die einzelnen Tunnel veröffentlicht das Verkehrsinformationszentrum CITA auf seiner Internetseite.

4 Kommentare
Manfred Reinertz Barriera 09.03.202620:41 Uhr

Seltsam ist, dass in anderen Ländern mit vielen Tunnels, so wie in der Schweiz oder in Italien, solche Sachen nicht passieren. Ist denn unsere Straßenbauverwaltung nicht in der Lage, die paar Tunnels, die wir haben, ordentlich zu managen_?Und die Ministerin was sagt die denn zu diesem Schlamassel?

Nomi 09.03.202611:25 Uhr

Firwaat ginn et am viraus Ersatzventilatoren matbestallt? Wann een do direkt Ersatz matbestellt kridd een nach Mengenrabatt. Technesch an kommerziel net ob der Heicht !!
Di Ventilatoren ob der Nordstroos sinn aus der selweschter Zeit an missten gleich sinn.
Firwaat dann net am kiirzten Tunnel Ventilatoren oofbau'en an an den aaneren Tunnellen ansetzen.
Dann braicht nemmen den kiierzten Tunnel gedrosselt ze ginn !

Jek Hyde 09.03.202610:35 Uhr

En dréifacht donnerndes BRAVO op Stroossebauverwaltung an hir Cheftaine Backes. BRAVO BRAVO BRAVO

Jemp 09.03.202609:54 Uhr

In den Tunnels hat man die Signalisationspfosten in die Mitte der Überholspur gestellt, so, dass die Überholspur komplett unbefahrbar ist, nicht mal im Notfall, und auch nicht von einer Ambulanz oder von einem anderen Einsatzfahrzeug. Diese sind im Fall eines Staus auf der einzigen offenen Fahrspur blockiert. Es wäre völlig ausreichend, die Überholspur zu sperren, indem man die Pfosten auf die Mittellinie gestellt hätte. Das lässt nur zwei mögliche Erklärungen zu: Entweder die Verantwortlichen sind ziemlich dämlich, oder man behindert die Tunneldurchfahrt mit Absicht. Um die Sicherheit geht es anscheinend nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

„Mäertchen“, Pride und Public Viewing

Mit diesen Events startet Luxemburgs Hauptstadt in den Frühling