Nationalbibliothek
Joanne Goebbels zieht Kandidatur zurück – Robert Goebbels kritisiert Umgang mit seiner Tochter
Die Nominierung von Joanne Goebbels zur neuen Direktorin der Luxemburger Nationalbibliothek (BNL) hatte im April reichlich Staub aufgewirbelt. Nun zieht die Französischlehrerin und LSAP-Politikerin ihre Kandidatur zurück – an ihrer Stelle soll nun der Leiter des Luxemburger Literaturzentrums den Posten übernehmen.
Joanne Goebbels hat ihre umstrittene Kandidatur als Direktorin zurückgezogen Foto: Pierre Weber/Archiv
Als das Kulturministerium am 24. April Joanne Goebbels als neue Direktorin der Nationalbibliothek ankündigte, rief die Entscheidung mannigfaltige Entrüstung hervor. Im Wesentlichen lagen zwei Kritikpunkte vor: Der Luxemburger Bibliothekenverband Albad stellte die fachlichen Qualifikationen von Goebbels infrage, da diese sich im Zuge ihres Studiums und ihrer Arbeit nicht auf wissenschaftlicher Weise mit Bibliotheks- und Archivwesen auseinandergesetzt habe. Die Entscheidung käme demnach einer Abwertung studierter Bibliothekswissenschaftler und Archivare gleich. Der zweite Kritikpunkt bezog sich auf ihre Parteikarte – und ihren Vater: Der ehemalige LSAP-Minister Robert Goebbels ist ein Titan der Luxemburger Politik. Der Vorwurf der Günstlingswirtschaft stand angesichts dieser familiären Beziehungen im Großherzogtum rasch im Raum.