Wohlstand

Jeder Siebte kämpft 2025 in Luxemburg mit Armut

Luxemburg verzeichnet 2025 eine weiterhin hohe Armutsquote. Besonders gefährdet sind Kinder, Alleinerziehende und einkommensschwache Haushalte.

Person in Luxemburg zeigt besorgte Miene, Symbol für hohes Armutsrisiko trotz Sozialleistungen

In Luxemburg bleibt das Armutsrisiko trotz Sozialleistungen hoch Symbolfoto: Unsplash/Towfiqu Barbhuiya

Fast jeder siebte Mensch in Luxemburg lebte 2025 mit dem Risiko oder in Armut. Das geht aus der jährlichen Erhebung „Revenus et conditions de vie des ménages“ des Statec hervor. Diese dient als Grundlage für das Verständnis der sozialen Realität in Luxemburg. Wie die Statistikbehörde am Mittwoch mitteilt, hat sie die Erhebung erstmals durch Verwaltungsdaten ergänzt. Dadurch sollen präzisere Indikatoren zu den Lebensbedingungen in Luxemburg entstehen.

Das mediane verfügbare Einkommen liegt laut Statec bei 6.522 Euro pro Haushalt. Der mediane Lebensstandard beträgt 4.170 Euro pro Person. Die Schere zwischen Arm und Reich bleibt weit geöffnet: Die wohlhabendsten 20 Prozent genießen einen durchschnittlich 4,6-mal höheren Lebensstandard als die ärmsten 20 Prozent.

Die monetäre Armutsquote beträgt in Luxemburg 14,8 Prozent – trotz Sozialleistungen. Ohne staatliche Beihilfen wären laut Statec 26,5 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Im Jahr 2025 war damit etwa jede siebte Person betroffen. Die Sozialtransfers haben somit eine Wirkung von fast 12 Prozentpunkten.

Kinder und Jugendliche besonders gefährdet

Die Armutsgrenze liegt für einen Einpersonenhaushalt bei 2.502 Euro im Monat. Frauen sind mit 15,4 Prozent weiterhin stärker betroffen als Männer (14,2 Prozent). Besonders betroffen sind junge Menschen. Bei den unter 18-Jährigen liegt die Armutsgefährdung bei 22,2 Prozent. Das entspricht nahezu 30.000 jungen Menschen, darunter rund 17.000 Kinder unter 12 Jahren (17,5 Prozent).

Der sogenannte „Gini-Koeffizient“, ein weiterer Indikator zur Messung der Ungleichheit, liegt 2025 bei 0,305 (30,5 Prozent). Der Gini-Index misst die Ungleichheit bei der Einkommensverteilung in einem Land. Er variiert dabei zwischen 0 (perfekte Gleichverteilung) und 1 (maximale Ungleichheit).

Im Jahr 2025 beträgt die Quote des Risikos von Armut und sozialer Ausgrenzung 18,2 Prozent der Einwohner. Die monetäre Armutsquote liegt bei 14,8 Prozent. 3,4 Prozent der Bevölkerung sind von schwerer materieller und sozialer Benachteiligung betroffen, während 5,5 Prozent in Haushalten mit sehr geringer Erwerbsintensität leben.

Alleinerziehende tragen höchstes Risiko

Das Profil der Haushalte mit dem höchsten Armutsrisiko bleibt unverändert. Alleinerziehende tragen das höchste Risiko – 40,5 Prozent sind armutsgefährdet. Es folgen Paare mit drei oder mehr Kindern (36,7 Prozent), Mieter (23,7 Prozent) und Menschen mit portugiesischer Staatsangehörigkeit (29,2 Prozent). Sie zählen weiterhin zu den besonders gefährdeten Gruppen.

Die subjektive Armutsquote, die auf der Selbsteinschätzung der Haushalte zu ihrer finanziellen Lage beruht, liegt bei 21,6 Prozent.

Auch auf europäischer Ebene wurde die Messung des Armutsrisikos erweitert. Sie umfasst nun Menschen die von monetärem Armutsrisiko, schwerer materieller und sozialer Benachteiligung und/oder sehr geringer Erwerbsintensität im Haushalt betroffen sind. (les)

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