Theater

Iranisches Bühnenschaffen: Schreiben im Dunkeln

Trotz jahrzehntelanger Unterdrückung durch das Mullah-Regime und der Niederschlagung des jüngsten Aufstandes lebt das iranische Theater. Marie-Claire Junker hat der Schauspielerin Shiva Gholamianzadeh das Stück „Téhéran-Luxembourg“ gewissermaßen auf den Leib geschrieben, Tiphanie Devezin hat es als Koproduktion des „Théâtre national du Luxembourg“ (TNL) und der „Cie Théâtre de garde ASBL“ inszeniert.

Shiva Gholamianzadeh im Stück „Téhéran-Luxembourg“

Shiva Gholamianzadeh im Stück „Téhéran-Luxembourg“ Foto: Bohumil Kostohryz

Eine junge Frau namens Shadi flieht aus dem Iran vor der Islamischen Revolution und gelangt nach Luxemburg. Nur mit einem Koffer angekommen, lebt sie hier nun seit vielen Jahren und erinnert sich voller Hoffnung und Trauer an ihre Heimat, die sie vermisst und die ihr in weiter Ferne so nah ist. Hoffnung flammt jedes Mal durch die immer wiederkehrenden Aufstände gegen das Regime auf, Trauer kehrt ein, wenn alles vergebens war und die Hoffnung jedes Mal erlischt. Doch es bleibt jedes Mal eine Glut übrig, die entfacht werden kann, so wie bei den landesweiten Protesten nach dem Tod von Mahsa Amini, die im September 2022 von der iranischen Sittenpolizei verhaftet und zu Tode geprügelt wurde, weil sie ihr Kopftuch nicht der strengen Vorschrift nach getragen hatte. Daraus ist die Bewegung „Frauen, Leben, Freiheit“ entstanden.

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