Landwirtschaft
In Luxemburg gibt es zu wenig Gemüse und Obst aus Eigenanbau
Lieferketten mit weit entfernten Produzenten sind ein Ergebnis der Globalisierung. Pandemien zeigen, wie fragil dieses Konzept ist. Gerade dann erlebt Eigenversorgung – vor allem bei der Ernährung - eine ungeahnte Renaissance. Die Absicht, den heimischen Obst- und Gemüseanbau zu fördern, steht sogar im Koalitionsvertrag. Dem Anspruch sind bis jetzt viel zu wenig Taten gefolgt, sagen Branchenkenner.
Im Hofladen von Jean-Claude Muller in Contern gibt es viele Produkte aus eigener Produktion, aber nicht nur. Der Obst- und Gemüsebauer ist Präsident der „Fédération horticole luxembourgoise“. Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit beschäftigt Landwirte. „Die Krise hat uns gezeigt, wie extrem abhängig wir von ausländischen Lebensmittellieferungen sind“, sagt Jean-Claude Muller (44). Er baut in Contern auf rund 40 Hektar Obst und Gemüse an. Nur drei bis vier Prozent dessen, was in den luxemburgischen Gemüseregalen der Lebensmittelhändler steht, komme aus dem Land, sagt er. Beim Obst sind es sogar nur ein Prozent. „Es war einfach nie wichtig, den Obst- und Gemüseanbau zu pushen“, stellt er fest.