Serie

Historisches und architektonisches Esch (50): Die Herz-Jesu-Kirche oder „Grenzer Kierch“

Zunächst gab es in Esch nur die Sankt-Josef-Pfarrei. Doch bereits im Jahr 1898 sammelten die Gläubigen aus dem „Brill“ und dem angrenzenden Viertel „Grenz“ Unterschriften, damit ihnen eine eigene Pfarrei zugestanden würde. Das Bistum kam diesem Wunsch 1913 nach. Staatlich anerkannt wurde die neue Kirchengemeinde allerdings erst 1933.

Die Herz-Jesu-Kirche oder „Grenzer Kierch“ heute

Die Herz-Jesu-Kirche oder „Grenzer Kierch“ heute Foto: © Christof Weber, 2015

Die neue Pfarrei widmete sich der Verehrung des Heiligsten Herzen Jesu. Diese Wahl entsprach einem damals weit verbreiteten Ausdruck der Frömmigkeit. Über lange Jahre verfügte die neue Kirchengemeinde über kein eigenes Gotteshaus. Vorübergehend fand sie Aufnahme in der Kapelle, die italienische Missionare 1903 am Boulevard Prince Henri für ihre Landsleute errichtet hatten. 1919 kaufte Pfarrer Prosper Colling das italienische Kirchlein im Auftrag der Herz-Jesu-Pfarrei und ließ es 1922 erweitern. Gleichzeitig setzte er alles daran, die „Notkapelle“ durch eine richtige Kirche zu ersetzen. So kaufte er systematisch sämtliches Bauland zwischen der „Notkapelle“ und der rue de l’Industrie (heute rue Zénon Bernard) auf, um das Vorhaben voranzutreiben. 1925 wurde eine Kirchenbau-Kooperative gegründet. 1930 nahm sich die Gemeinde Esch der Sache an. Bei einem Architekturwettbewerb gewann der Entwurf von Pierre Louvié aus Luxemburg-Stadt. Vergeben wurde die endgültige Planung jedoch an den Escher Architekten Jean Deitz-Kintzelé (1892-1967), der tatkräftig von seinem Fachkollegen Christian Scholl (1892-1967) unterstützt wurde. Mit dem Bau beauftragt wurden die Gebrüder Antoine und Joseph Crolla. Bereits am 10. Juli 1932 konnte die Kirche geweiht werden.

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