Serie
Historisches und architektonisches Esch (44): Haus Moyse-Cahen
Vor dem Zweiten Weltkrieg zählte die jüdische Gemeinde von Esch/Alzette laut Paul Cerf etwa 380 Personen, zur Hälfte Luxemburger, zur Hälfte ausländische Juden. Von diesen 380 Personen wurden 110 Opfer der Schoah. Andere, die der Deportation entgangen waren und überlebten, kehrten nicht aus dem Exil zurück oder wurden von den Luxemburger Behörden daran gehindert, nach Luxemburg zurückzukommen.
Das Haus Moyse-Cahen heute Foto: © Christof Weber, 2015
Die jüdische Bevölkerung war in den 1920er und 1930er Jahren hinsichtlich der Berufe sehr heterogen. Auch wenn in diesem Architekturführer die Häuser der Kaufleute in der rue de l’Alzette, unter ihnen auch einige jüdische Kaufleute, im Vordergrund stehen, gab es in der jüdischen Gemeinde vor dem Krieg eine Vielzahl an Berufen: Metzger, Bäcker, Lebensmittelhändler, Schneider, Malermeister, Viehhändler, Lumpensammler, Hausierer, Verkäufer, Schmelzarbeiter, Ingenieure usw. Diese bunte Welt wurde durch die Schoah weitgehend zerstört und teilweise aus der Erinnerung gelöscht.