Schifflingen

Haus „A Kassen“ öffnet Ende des Jahres – die Tram bereitet derweil Kopfzerbrechen

Die Geschäftsflächen im Haus „A Kassen“ sollen Ende des Jahres öffnen. Auch der Bau von Wohnungen schreitet voran. Doch beim Tramprojekt bleiben viele Fragen offen. Im Gemeinderat verlangt die Opposition mehr Transparenz und Mitsprache.

Baustelle von A Kassen mit entstehenden Geschäftsflächen, Eröffnung geplant für Anfang Dezember, Einzelhandel im Aufbau

Noch befindet sich „A Kassen“ in der Baustelle, Anfang Dezember könnten die ersten Geschäftsflächen öffnen Foto: Editpress/Georges Sold

Die Baustelle im Schifflinger Zentrum rund um das Haus „A Kassen“ neigt sich allmählich dem Ende zu. Anfang Dezember könnten die ersten Geschäftsflächen eröffnen. Das sagte Bürgermeister Carlo Feiereisen (LSAP) während der Gemeinderatssitzung am Freitag. Die zugehörigen Mietverträge wurden dort am Freitagmorgen einstimmig angenommen. Neben einer Gemeinschaftspraxis sollen eine Apotheke, ein Reinigungsunternehmen sowie ein Metzger einziehen. Feiereisen betonte dabei den Mehrwert der barrierefreien Zugänglichkeit. Am Standort „A Kassen“ sollen zusätzlich drei betreute Wohnungen für Jugendliche und ein Haus für Mütter mit ihren Kindern entstehen. Die Vereinigung „Telos-éducation“ hat den Zuschlag für die Weitervermietung erhalten.

Die Räte änderten außerdem den Teilbebauungsplan (PAP) in der rue Basse, der im September 2023 vom Innenministerium angenommen wurde. Bei dem Projekt sollen laut Schöffe Rizo Agovic (LSAP) Häuser abgerissen und durch ein Mehrfamilienhaus ersetzt werden. Weitere Häuser sind in der zweiten Reihe geplant. „Die Änderungen sehen ein Stockwerk weniger für die vier Häuser in zweiter Reihe vor“, sagte Agovic. Die Dächer werden begrünt und es sei ein Abstellplatz für Fahrräder vorgesehen. Gemäß den Mindestanforderungen der Gesetzgebung gelten in diesem Fall zwei Wohnungen als „logement abordable“. Der Gemeinderat lehnte es einstimmig ab, diese zu kaufen. Sie werden folglich vom Staat übernommen.

Auf welcher Basis sollen wir diskutieren?

Carlo Feiereisen

Bürgermeister

Für mehr Diskussionen sorgten Fragen von „déi gréng“ am Ende der Gemeinderatssitzung zum Mobilitätskonzept und zum Tramausbau. Diese knüpften an die Sitzung vom 24. Oktober 2025 an, in der ein ministerieller Berater für Mobilitätsplanung die zukünftigen Verkehrsentwicklungen vorstellte. Dieser hoffte, bis Anfang 2026 Verkehrssimulationen vorstellen zu können. Wie das Tageblatt berichtete, wurde damals zurückbehalten, zwischenzeitlich Arbeitssitzungen zu organisieren, um weitere Detailfragen intern zu behandeln.

Am vergangenen Freitag wollten die Grünen-Gemeinderäte Christiane Biewer und Nick Clesen daher Informationen zum weiteren Austausch zwischen dem Verkehrsministerium und der Gemeinde erhalten. Der Bürgermeister machte jedoch mehrfach deutlich, dass der Gemeinderat erst informiert werde, wenn alle Tatsachen vorliegen. „Die Hauptfrage, die sich stellt, ist, ob die Strecke zwischen Schifflingen und Lallingen im Rahmen der Neugestaltung der Metzeschmelz geschlossen werden muss. Das Ministerium ist sich da selbst noch nicht einig“, sagte Feiereisen.

Biewer gab sich mit dieser Antwort nicht zufrieden: „Warum diskutieren wir nicht darüber in einer Arbeitssitzung, damit der ganze Gemeinderat die Gelegenheit hat, daran teilzunehmen?“ Das müsse nicht zwingend eine öffentliche Sitzung sein, sagte Biewer und fügte hinzu: „Ich verstehe, wenn das ein delikates Thema ist. Wir fürchten allerdings, dass gewartet wird, bis alle Entscheidungen getroffen wurden, und erst dann werden wir informiert.“

„Ja, das ist jetzt leider so“, antwortete Bürgermeister Feiereisen, „auf welcher Basis sollen wir diskutieren? Wir würden uns auf Gefühle berufen. Wir brauchen Zahlen. Und diese liegen uns noch nicht schriftlich vor.“ Derzeit gebe es drei Optionen: eine Belassung der Straßenführung beim Status quo, eine Schließung der Strecke zwischen Schifflingen und Lallingen oder die Schließung in Neudorf-Schifflingen.

Auf die Frage von Jeffrey Drui (DP) nach weiteren Möglichkeiten ergänzte Feiereisen, dass aufgrund der Höhenunterschiede zwischen dem Boulevard Aloyse Meyer und der zukünftigen Metzeschmelz noch unklar sei, wie die Straßenführung an die Tramstrecke angepasst werde. Wenn alles nach Plan verläuft, wird die Tram ab 2032 Metzeschmelz anfahren. Auf der Industriebrache zwischen Esch und Schifflingen soll Wohnraum für 10.000 Menschen entstehen.

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