Luxemburg-Stadt

Handbremse nicht angezogen – Patrick Goldschmidt äußert sich zum Busunfall im Bahnhofsviertel

Ein Bus krachte vor zwei Wochen im Bahnhofsviertel in der rue de Bonnevoie in ein Gebäude. In der Sitzung des hauptstädtischen Gemeinderats erklärte Mobilitätsschöffe Patrick Goldschmidt (DP), wie es dazu gekommen sein soll.

Betonblock stabilisiert beschädigtes Gebäude nach Unfall zur Sicherung und Unfallprävention

Nach dem Unfall wurde ein Betonblock vor dem beschädigten Gebäude aufgestellt, um dieses zu stabilisieren Foto: Editpress/Hervé Montaigu

„Es ist dramatisch, was passiert ist“, sagte der hauptstädtische Mobilitätsschöffe Patrick Goldschmidt (DP) am Montag im Gemeinderat am „Knuedler“ und bezog sich dabei auf einen Busunfall vom 14. April. An diesem Dienstagmorgen war ein Linienbus der „Autobus de la Ville de Luxemburg“ (AVL) in der rue de Bonnevoie im Bahnhofsviertel gegen eine Hausfassade geprallt. Drei Passagiere wurden zur Kontrolle und mit Verdacht auf leichte Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Haus mit sichtbarem Gebäudeschaden nach Unfall, Reparaturbedarf und Versicherungsschutz bei Hausunfall

Durch den Vorfall entstand an einem Haus Schaden Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Der Busfahrer wurde nicht verletzt, wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage am Montag mitteilte. Die Erläuterungen von Patrick Goldschmidt am Montagnachmittag zeigten, warum das so gewesen sein könnte: Der Mann saß zum Zeitpunkt des Unglücks offenbar nicht im Fahrzeug. „Der Fahrer ist an der Haltestelle ausgestiegen und hat die Handbremse nicht angezogen. Der Bus ist weitergerollt“, berichtete der Mobilitätsschöffe und betonte, dass sich Fahrgäste im Bus befanden.

„Wir sind alle mehr als glücklich, dass sich in dem Moment niemand auf dem Bürgersteig befand“, so Patrick Goldschmidt weiter. Er betonte, dass es sich um einen Unfall handelt, bei dem jemand einen Fehler gemacht hat. Die städtische Buslinie wurde dem Schöffen zufolge von einem Subunternehmen betrieben: „Ich glaube, dass der Fahrer nicht mehr Bus fährt. Was er gemacht hat, ist im Handbuch anders vorgesehen.“

Betonblock blockiert Gehweg

Nach dem Unfall nahm ein Statiker laut Patrick Goldschmidt den Schaden unter die Lupe und ließ zur Abstützung einen breiten Betonblock auf dem Bürgersteig installieren. Der Mobilitätsschöffe erklärte: „Wir durften den Bus zunächst nicht wegnehmen.“ Der Klotz versperrt seither den Gehweg. Der kommunalen Verkehrsverwaltung blieb laut Goldschmidt nicht anderes übrig, als Passantinnen und Passanten auf die andere Straßenseite umzuleiten.

In der Praxis wechseln viele Menschen in der rue de Bonnevoie nun jedoch nicht die Straßenseite, sondern gehen über den für Fahrräder bestimmten Abschnitt am Betonblock vorbei. „Wir suchen aktuell den Kontakt mit dem Statiker, um zu klären, ob der Klotz bleiben muss, oder ob wir zumindest einen Teil des Gehwegs zurückbekommen können – natürlich ohne die Fußgänger wegen der Baufälligkeit des Gebäudes zu gefährden“, so der Mobilitätsschöffe am Montag.

Neuer Direktor gesucht

„Vor etwa 20 Minuten haben wir den Rücktritt von Marc Meyers angenommen. Er hat diesen nun offiziell eingereicht“, teilte Lydie Polfer (DP) am Montag im Gemeinderat mit. Marc Meyers legt sein Amt als Direktor des „Conservatoire de la Ville de Luxemborug “ zum 1. September nieder. Damit bestätigte die hauptstädtische Bürgermeisterin Medienberichte von Dezember 2025. In einem Interview mit Radio 100,7 hatte der 52-Jährige erklärt, dass er nach rund 15 Jahren an der Spitze einer neuen Generation Platz machen will. Der Direktorenposten soll laut Lydie Polfer noch diese Woche intern ausgeschrieben werden. „Wir dachten, dass das der beste Weg ist“, sagte sie auf Nachfrage der Opposition. Rund 3.800 Schülerinnen und Schüler sind in dem 1906 gegründeten Konservatorium eingeschrieben und absolvieren dort laut der Stadt Luxemburg mehr als 7.000 Unterrichtsstunden pro Woche.

An die Opposition gewandt sagte er: „ Uns ist es wichtig, so schnell wie möglich Lösungen zu finden. Die optimale Lösung haben wir aber noch nicht gefunden.“ Die Räte François Benoy („déi gréng“) und Tom Weidig (ADR) hatten dem Schöffenrat zuvor Fragen zum Unfall und zur Situation vor Ort gestellt. Die Pressestelle der Justiz teilte am Montag auf Nachfrage übrigens mit, dass die Umstände des Unfalls noch nicht geklärt seien und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Ratssitzung kann man sich unter vdl.lu anhören.

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