Mehrheit für „Campus Baggerweier“ in Remerschen
Größtes Bauprojekt der Gemeindegeschichte kostet 122 Millionen Euro, aber kein Nein der Opposition
Mit acht Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen hat der Gemeinderat Schengen am Dienstag endgültig grünes Licht für den „Campus Baggerweier“ gegeben. Das Projekt umfasst eine neue Grundschule, eine „Maison relais“, eine moderne Sporthalle und ein CGDIS-Gebäude. Ein Projekt nie dagewesener Dimension – und Kosten: 122 Millionen Euro.
Standort des „Campus Baggerweier“ in Remerschen heute. Ab September sollen die Bagger rollen. Foto: Editpress/Julien Garroy
Der „Campus Baggerweier“ ist definitiv auf Kurs. Auf dem rund sechs Hektar großen Areal „Klosbam“ in Remerschen, Gemeinde Schengen, entsteht ein Campus mit neuer Grundschule mit rund 690 Plätzen, „Maison relais“, moderner Sporthalle mit Tribüne für 250 Menschen und dem CGDIS-Gebäude der Kategorie 2. Die Kosten, Stand heute: 122 Millionen Euro. Ausschreibungen sollen im Mai starten, die Bauarbeiten im Herbst 2026 beginnen, die Fertigstellung ist für Herbst 2030 geplant.
Bürgermeister Michel Gloden bezeichnet den Campus als „Meilenstein für Bildung, Sport und Sicherheit“. Ziel sei es, die bisher auf Remerschen, Bech-Kleinmacher und Elvingen verteilten Grundschulen an einem Standort zu vereinen. „Es geht um den Mut zu langfristigen Visionen, besonders im Bildungsbereich“, so Gloden.
An den bestehenden Gebäuden festzuhalten, sie zu renovieren und zu modernisieren, sei aus Gründen einer effizienten Schulorganisation während der Bauphase und danach keine gute Lösung gewesen, betont der Bürgermeister. An einem einzigen Standort sei alles besser planbar, man könne schneller auf neue Herausforderungen reagieren.
Abstimmung und Kritik
Die Abstimmung im Gemeinderat verlief erwartungsgemäß: Die sieben Mehrheitsvertreter stimmten für das Projekt, ebenso Oppositionsrat Tom Bellion.
„Wir treffen heute eine weitreichende Entscheidung für die Zukunft unserer Fusionsgemeinde Schengen“, sagte Bellion. „Wir müssen unseren Kindern die bestmöglichen Chancen für Bildung bieten. Hochwertige Grundschulausbildung ist das Fundament für lebenslanges Lernen, persönliche Entfaltung, Chancengleichheit, gesellschaftliche Teilhabe und eine erfolgreiche Zukunft. Unsere Feuerwehr benötigt angemessene Einrichtungen, und unsere Vereine funktionale Räume.“
Gleichzeitig betont Bellion, dass seine Zustimmung kein Blankoscheck sei. Der Gemeinderat müsse die Umsetzung des Projekts kritisch begleiten, sicherstellen, dass öffentliche Mittel sinnvoll eingesetzt werden und die Interessen der Bürger dauerhaft berücksichtigt werden. Bellion fordert, dass künftig ein eigener Tagesordnungspunkt den Fokus auf den „Campus Baggerweier“ legt, um Gemeinderat und Bürger kontinuierlich zu informieren und lösungsorientiert zu handeln.

Standort „Campus Baggerweier“ wenn alles fertig ist. Für die Schule wird September 2030 anvisiert. Darstellung: Commune de Schengen
Viele offene Fragen
Auch die dreiköpfige Opposition von „Besser Zesummen“ sieht die Notwendigkeit einer Verbesserung der schulischen Infrastruktur. Der Schulbetrieb in Containern sei langfristig keine zufriedenstellende Lösung. Eine neue Schule sei aber nicht automatisch die einzige Option. „Besser Zesummen“ hatte von Beginn an eine alternative Vision: Erweiterung und Aufwertung der drei bestehenden Schulen.
Die Fraktion enthielt sich deshalb bei der Abstimmung. Zudem bleiben in ihren Augen zu viele Fragen offen: zu Mobilität, „Maison relais“, Sporthalle, Umweltfolgen und der Ausbaufähigkeit des CGDIS-Gebäudes. Auch der Standort außerhalb des Zentrums wird kritisch gesehen.
Die Schule sei für rund 690 Kinder geplant, die Frage nach Demografie und Wachstumsstrategie der Gemeinde stelle sich damit klar. Mit 122 Millionen Euro handele es sich um ein Projekt, das enorme Mittel bindet und andere Investitionen verdrängen könnte. „Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur: Können wir dieses Projekt bauen, sondern auch: Was können wir danach noch realisieren?“
In seiner Schlussfolgerung betont „Besser Zesummen“, dass die Kritik sich nicht gegen eine moderne Schul- und Sportinfrastruktur richte. Die Fraktion scheint in dem Sinne auch Bereitschaft zu zeigen, das Projekt künftig aktiv mitzugestalten – im Interesse der Kinder.
Eine große Bürgerinformationsversammlung sei in Planung, so Bürgermeister Michel Gloden.