Fotografie
Gift ohne Grenzen: Eine Ausstellung zeigt, was Pestizide bei Menschen anrichten können
Das Paket Omnibus X, das „food and feed simplification package“, soll die Vorschriften und Verfahren in allen diesbezüglichen Bereichen vereinfachen, etwa die Regulierung der Pflanzenschutzmittel. Die Europaparlamentarierin Tilly Metz („déi gréng“) kritisiert dies und weist mit der bewegenden Ausstellung „Ënner der Uewerfläch“ mit Fotos von Pablo E. Piovano auf die möglichen Folgen des Pestizideinsatzes hin.
Pablo E. Piovanos Bilder zeigen auf eindringliche Weise die Gefahren durch den Pestizideinsatz Foto: Pablo E. Piovano
Fabián Tomasi hat immer davon geträumt, Pilot zu werden. Jahrelang belud er als Farmarbeiter in Basavilbaso in der argentinischen Provinz Entre Ríos die Flugzeuge, die über die schier endlose Weite der Sojaplantagen fliegen und Herbizide mit der Hauptkomponente Glyphosat, einem Wirkstoff zur Unkrautbekämpfung, versprühen. Glyphosat wurde als bedeutendster Inhaltsstoff dessen bekannt, was als „Roundup“ zur Unkrautbekämpfung weltweit auf den Markt kam. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuften Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein, andere Aufsichtsbehörden dagegen nicht. In Argentinien wird das Unkrautvernichtungsmittel massenweise versprüht, was zu schweren Erkrankungen, Fehlgeburten und Missbildungen in der betroffenen Bevölkerung geführt hat. Der Fotograf Pablo E. Piovano hat jahrelang mehrmals die betroffenen Gebiete aufgesucht. Mit Ausstellungen, Zeitschriftenreportagen und dem Buch „The Human Cost of Agrotoxins“ weist er auf die Gefahren hin und erinnert an die betroffenen Menschen wie Fabián Tomasi.