Mehr als 3.000 Nachtflüge

Flughafen Findel: Immer mehr Flugzeuge starten und landen nach 23 Uhr

Nachtflüge sind jedes Jahr aufs Neue ein Thema – doch ändern tut sich bisher nichts. Im Gegenteil: Die Anzahl der Flugzeuge, die zwischen 23 und 6 Uhr vom Luxemburger Flughafen landen oder starten, steigt stetig an.

2024 starteten und landeten 3.043 Flugzeuge zwischen 23 und 6 Uhr auf dem Flughafen Luxemburg

2024 starteten und landeten 3.043 Flugzeuge zwischen 23 und 6 Uhr auf dem Flughafen Luxemburg Symbolfoto: AFP/Ben Stansall

Mehr als 3.000 Flugzeuge sind 2024 während der nächtlichen Sperre in Luxemburg gelandet oder gestartet – obwohl der Flughafen zwischen 23 und 6 Uhr geschlossen ist. Das geht aus Daten der „Administration de la navigation aérienne“ (ANA) hervor. Insgesamt gab es vergangenes Jahr knapp über 75.000 internationale Flüge.

Verglichen mit den Jahren davor ist ein deutlicher Anstieg bei den Nachtflügen bemerkbar: von 1.420 im Jahr 2020 auf 2.553 im Jahr 2023 – und dann auf 3.043 im Jahr 2024. Rund zwei Drittel der Nachtflüge waren Passagiermaschinen, während Frachtflugzeuge nur rund ein Drittel ausmachen. Die Verteilung zwischen Starts und Landungen sieht ähnlich aus: Rund drei Viertel der Flugzeuge kamen während der Nachtruhe an, ein Viertel hoben dagegen vom Rollfeld ab.

Die meisten Flugzeuge starteten oder landeten zwischen 23 und 24 Uhr: 1.950 Stück. Doch während des ganzen Jahres gab es in nur vier Monaten mindestens ein tägliches Zeitfenster von einer Stunde, wo kein Flug am Luxemburger Flughafen abgehoben oder angekommen ist.

Die Nachtflüge sorgen seit Jahren bei den Anwohnern für Unmut. Mehrere Bürgervereine machen sich für ein Verbot stark. Bereits vor zwölf Jahren beschwerte sich ein Interessenverband über die gestiegene Anzahl an Nachtflügen, wie das Tageblatt damals berichtete. Damals war von 1.550 Nachtflügen im Jahr 2010 die Rede. Seitdem steigt die Zahl stetig an – und ist jedes Jahr wieder ein Thema. Auch auf Facebook haben sich betroffene Bürger zusammengefunden. 

Nicht alle Flugzeuge sind von der nächtlichen Sperre betroffen. Für einige Flüge gelten laut ANA dauerhafte Ausnahmen: Regierungsflüge, Flüge zu Such- und Rettungszwecken, Flüge im humanitären und gesundheitlichen Bereich, Flüge in Notfällen und Flüge, die im Rahmen internationaler Verpflichtungen des Großherzogtums Luxemburg durchgeführt werden.

Für Linienflüge – ob mit Passagieren oder Fracht – gelten wiederum andere Regeln. „Ein verspäteter Linienflug kann am geplanten Tag bis 24 Uhr abfliegen und/oder bis 23 Uhr am geplanten Tag ankommen“, schreibt die ANA auf ihrer Website. Im gleichen Atemzug wird die Regel relativiert: Kommt der Linienflug verspätet zwischen 23 und 6 Uhr an – darf er landen. Andersrum ist das Zeitfenster kleiner: Hat sich der Start verzögert, darf das Flugzeug noch zwischen 23 und 24 Uhr abheben.

Jedoch können jederzeit individuelle Verlängerungen bei der ANA beantragt werden. Mit einer Sondergenehmigung sind dann auch Starts von Linienflügen nach 24 Uhr möglich. Wer eine Ausnahme bekommt, muss dann am Ende jedes Quartals dem Verkehrsministerium Rechenschaft ablegen – woraufhin die ANA eine Analyse durchführt. Deren Anzahl ist auf 95 pro Jahr begrenzt.

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