Frauen in der Lokalpolitik
Flucht, Exil, Dankbarkeit: Hénoké Courte Wolde-Medhin „wollte nie eine Fremde bleiben“
Für Hénoké Courte Wolde-Medhin (65) ist der Zusammenhang Flucht, Exil und die Frage nach den eigenen Wurzeln einer, der ihr Leben bestimmt. Als „People of Colour“ mit äthiopischen Wurzeln weiß sie um die Bedeutung, „anders“ auszusehen. Teilhabe und Dankbarkeit sind ihr Antrieb, sich seit mehreren Jahrzehnten politisch und sozial zu engagieren.
Konnte als Migrantin Vorurteile überwinden: Hénoké Courte Wolde-Medhin ist LSAP-Gemeinderätin in Walferdingen Foto: Editpress/Georges Noesen
Gerade hat sie anlässlich des Nationalfeiertags die „Médaille en vermeil de l’Ordre de la Couronne de chêne“ für ihr Engagement in der Lokalpolitik erhalten. Für sie ist es nach 21 Jahren in der Gemeinde Walferdingen etwas ganz Besonderes. Hénoké Courte ist Mitglied der LSAP. Als sie in die Lokalpolitik einsteigt, sind die Sozialisten eine für sie alternativlose Entscheidung.
2005 erreicht sie auf Anhieb den fünften Platz unter den insgesamt 13 LSAP-Kandidaten, die damals zur Wahl antreten. Sie beweist, auch wenn man „anders“ aussieht und aus einer anderen Kultur stammt, finden sich Menschen, die an einen glauben. Und einen wählen.