Debatte im Gemeinderat
Esch steht bei häuslicher Gewalt auf trauriger Spitzenposition
Häusliche Gewalt stand im Mittelpunkt der letzten Escher Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause. Denn im nationalen Bericht wurden alarmierende Zahlen für die Stadt Esch (und auch ihre Nachbargemeinden) bekannt.
Rekordzahlen hat Esch bei den Fällen von häuslicher Gewalt zu verzeichnen Foto: dpa/Fabian Sommer
Um häusliche Gewalt ging es am Freitag in einem Punkt der Escher Gemeinderatssitzung, den Rat Marc Baum („déi Lénk“) auf die Tagesordnung hatte setzen lassen. Ende Juni war der nationale Bericht und der Aktionsplan der Regierung zu diesem Thema vorgestellt worden. Dabei wurden alarmierende Zahlen für die Stadt Esch (und auch ihre Nachbargemeinden) bekannt. 176 Polizeieinsätze gab es 2024 wegen häuslicher Gewalt in Esch, was den traurigen Spitzenplatz in Luxemburg bedeutet. 176 Fälle sind deutlich mehr als zum Beispiel in der Hauptstadt (140), obwohl die gut dreieinhalbmal so viele Einwohner wie die „Minettemetropole“ hat. Und die Tendenz ist (landesweit) steigend. Positiv betrachtet könnte das bedeuten, dass die Bevölkerung im Vergleich zu früher besser für das Thema sensibilisiert ist und es so zu mehr Anzeigen kommt. Die steigende Tendenz könnte aber auch ganz einfach bedeuten, dass es immer mehr Fälle häuslicher Gewalt gibt.