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Ein Gebäude als Synonym: „Das Schloss der Schriftsteller“ von Uwe Neumahr
Mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht endete am 9. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa. Fünf Monate später kamen 24 Verursacher der Katastrophe, derer man noch habhaft werden konnte, vor ein internationales Kriegsgericht, das in dieser Form bis heute einzigartig blieb. Der sogenannte „Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher“ begann am 20. November 1945 und endete am 1. Oktober 1946 mit zwölf Todesurteilen, sieben Freiheitsstrafen und drei Freisprüchen.
Uwe Neumahr nahm ein Gebäude als Ausgangspunkt für sein Buch Foto: Christoph Mukherjee
Für die von den Siegermächten anvisierte Bedeutung des Prozesses als Beginn einer neuen Zeitrechnung kam der internationalen Presse eine zentrale Rolle zu. Über die Berichterstattung zu der mit enormem Aufwand initiierten Gerichtsverhandlung sollte weltweit die Botschaft einer politischen Ordnung, der es darum ging, kriegerische Eskalationen in den apokalyptischen Dimensionen des Zweiten Weltkrieges ein für allemal der Vergangenheit angehören zu lassen, propagiert werden.