Aus wirtschaftlichen Gründen

Ekabe will Vertrag mit 70 Luxemburger Milchbauern nicht verlängern – Bauernverband schlägt Alarm

Die Molkerei Ekabe könnte ihre Zusammenarbeit mit rund 70 luxemburgischen Milchbauern beenden. Für die Betroffenen hätte dies katastrophale Folgen.

Milchprodukte von EKABE mit regionaler Kuhmilch aus Luxemburg oder alternative Milchquellen in der Produktion

Kommt die Milch in Ekabe-Produkten bald nicht mehr von Luxemburger Kühen? Foto: Editpress-Archiv/Tania Feller

Die Zukunft der Zusammenarbeit zwischen der Molkerei Ekabe und ihren luxemburgischen Milchlieferanten steht offenbar vor einem tiefgreifenden Einschnitt. Darüber berichtete RTL am Donnerstag. Demnach habe die Direktion den Produzenten mitgeteilt, dass der aktuelle Vertrag mit knapp 70 Bauern der Genossenschaft nicht verlängert werden soll.

Eine Schließung des Standorts in Eschweiler sei nach aktuellem Stand nicht vorgesehen. Laut RTL würde die benötigte Milch künftig aus dem Ausland importiert und anschließend in Luxemburg zu Käse und weiteren Produkten verarbeitet werden.

Die Ankündigung hat sowohl das Landwirtschaftsministerium als auch die Bauernvereinigung „Fräie Lëtzebuerger Bauer“ (FLB) kalt erwischt. „Das ist extrem gravierend für die Betriebe“, meinte dessen Präsident Aloyse Marx im Gespräch mit dem Tageblatt. Rund 480 Milchbauern gebe es derzeit in Luxemburg. Sollte die Vertragsverlängerung tatsächlich ausbleiben, könnte die Verarbeitung luxemburgischer Milch für die Produkte der Molkerei zwischen Anfang und Mitte 2027 eingestellt werden. Somit würde fast ein Siebtel aller Luxemburger Milchbauern auf einen Schlag ihren Abnehmer verlieren.

Dies hätte „ganz dramatische Folgen für die Luxemburger Bauern“, betont Marx, da die restlichen ansässigen Molkereien über kaum bis keine weiteren Aufnahmekapazitäten verfügen. Dies sei auch dem Überangebot an produzierter Milch geschuldet. Demnach sehe Marx auf Anhieb keine Lösung, wo die 70 Betriebe aufgenommen werden könnten.

Krisensitzung am Montag

Bisher habe das Privatunternehmen das Milchgeld an jenem der genossenschaftlich organisierten Molkereien in Luxemburg orientiert. Als Begründung für die Nicht-Verlängerung seien den betroffenen Landwirten von Ekabe ausschließlich wirtschaftliche Gründe genannt worden. Die Molkerei gehört seit 1989 zum französischen Konzern Lactalis – dem größten Molkereiunternehmen der Welt. Aktuell liefern rund 70 luxemburgische Bauernbetriebe jährlich etwa 50 Millionen Liter Milch an den Standort in Eschweiler.

Marx sieht ein Muster in der Ankündigung des Konzerns. Der Konzern stand bereits in der Vergangenheit mehrmals in der Kritik – etwa wegen Vertragskündigungen oder dem Milchgeld.

Für den kommenden Montagabend wurde dem RTL-Bericht zufolge eine Krisensitzung einberufen.

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