Archiv-Interview
Dirigent Pierre Cao offenbarte 2022: „War mir meiner Grenzen stets bewusst“
Am 14. Mai starb der luxemburgische Dirigent Pierre Cao im Alter von 88 Jahren. Statt eines Nachrufs druckt das Tageblatt ein Interview mit dem Dirigenten aus dem Jahr 2022: Dort blickte er auf den Karrierestart im Düdelinger Arbeiterchor sowie auf eine entscheidende Kündigung zurück – und übte Selbstkritik.
Er schrieb in Luxemburg Musikgeschichte: Der Dirigent Pierre Cao verstarb Mitte Mai nach einer bewegten Karriere Foto: Sebastien Boulard
Alain Steffen: Herr Cao, beginnen wir doch mit den Anfängen. Sie waren als Jugendlicher viel krank und waren öfters und für längere Zeit in einem Sanatorium, wo sie den Dirigenten Michel Corboz kennenlernten.
Pierre Cao: Ja, durch diese Sanatoriumsaufenthalte und ihn konnte ich dann mit dem Einverständnis meiner Eltern eine musikalische Laufbahn einschlagen. Ich habe vorher in einer Waschmaschinenfabrik gearbeitet (lacht). Durch Corboz selbst kam ich dann zum Chorgesang. Ab Ende der fünfziger dirigierte ich den Düdelinger Arbeiterchor und die Escher Chorale municipale Uelzecht. Zeitgleich studierte ich in Brüssel Harmonie, Kontrapunkt und Dirigieren, und war in den Musikschulen von Düdelingen und Esch/Alzette tätig.