Massaker von Sonnenburg

Diekirch gedenkt 90 Luxemburgern, die von einem SS-Kommando ermordet wurden

In Diekirch wurde der 90 Luxemburger Zwangsrekrutierten gedacht, die 1945 im Lager Sonnenburg ermordet wurden, weil sie Nein zum Nationalsozialismus sagten.

Gedenkzeremonie in der historischen Pfarrkirche von Diekirch mit versammelten Teilnehmern und Kerzenlicht

Die Gedenkzeremonie fand in der Pfarrkirche in Diekirch statt Foto: Editpress/Julien Garroy

In der Diekircher Pfarrkirche wurde am Freitag der Opfer des Massakers von Sonnenburg gedacht. Die Gedenkfeier erinnerte insbesondere an die 90 Luxemburger, die in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar 1945 von einem SS-Kommando ermordet wurden.

Die Männer gehörten zu den insgesamt 819 Häftlingen, die im Konzentrationslager und Strafgefängnis Sonnenburg, im heutigen Słońsk in Polen, erschossen wurden. Die Luxemburger Opfer waren zwangsweise in die deutsche Wehrmacht eingezogen worden und hatten sich geweigert, unter deutscher Uniform zu kämpfen. Ihr Nein zum Nationalsozialismus wurde ihnen zum Todesurteil.

Erinnerungstafel „Mir vergiessen net!“ für ermordete Luxemburger Zwangsrekrutierte während des Zweiten Weltkriegs

„Mir vergiessen net!“ steht auf der Erinnerungstafel an die ermordeten Luxemburger Zwangsrekrutierten Foto: Editpress/Julien Garroy

Zur Gedenkfeier hatten der Diekircher Schöffen- und Gemeinderat, die „Fédération des enrôlés de force, victimes du nazisme“ (Fedef) sowie die Amicale „Ons Jongen a Meedercher Dikrich“ eingeladen. Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft erinnerten an die Ermordeten und würdigten ihren Mut und ihre Haltung.

Das Gedenken in Diekirch macht deutlich, dass die Namen der getöteten Luxemburger untrennbar mit der Geschichte von Zwang, Widerstand und Gewissen verbunden sind und dass die Erinnerung an ihr Schicksal Teil der gemeinsamen Verantwortung bleibt. (mago)

Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft gedenken mutiger Ermordeter bei Mahnveranstaltung für Zivilcourage

Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft erinnerten an den Mut und die Haltung der Ermordeten Foto: Editpress/Julien Garroy

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