Von der Geisterstadt zum Wohnviertel

Die ersten Häuser von „An der Schmëtt“ in Wecker sind fertig

Der „Fonds du logement“ und die Gemeinde Biwer haben am Montag die ersten Wohneinheiten des neuen Viertels „An der Schmëtt“ in Wecker eingeweiht. Damit beginnt auf dem Gelände der früheren Cité Syrdall ein neues Kapitel, rund ein halbes Jahrhundert nach einem gescheiterten Universitätsprojekt.

Vorstellung des ersten Bauabschnittes „An der Schmëtt“

Vorstellung des ersten Bauabschnittes „An der Schmëtt“ Foto: Marco Goetz

Wo lange die Geisterstadt Cité Syrdall stand, entsteht in Wecker ein neues Wohnviertel. Auf 5,5 Hektar beiderseits der renaturierten Syr nimmt „An der Schmëtt“ Gestalt an.

Der erste Bauabschnitt umfasst laut Pressemitteilung des „Fonds du logement“ 95 Wohneinheiten. Davon werden 64 zu bezahlbaren Bedingungen vermietet und 29 zu bezahlbaren Preisen verkauft. Zwei Einheiten werden auf dem freien Markt angeboten. Der Abschnitt besteht aus 40 Einfamilienhäusern, sechs Häusern mit Einliegerwohnung, zehn Zweifamilienhäusern sowie 23 Wohnungen in vier Mehrfamilienhäusern. Sämtliche Häuser wurden nach den Kriterien der LENOZ-Zertifizierung geplant.

In der nun fertiggestellten Zone stehen vier Einfamilienhäuser, ein Haus mit Einliegerwohnung und ein Zweifamilienhaus mit Gewerbefläche. Weitere Häuser sollen im Dezember 2026 auf den Markt kommen. Die restlichen Einheiten dieses Bauabschnitts sollen 2027 folgen.

74,2 Mio.

Die Kosten des ersten Abschnitts belaufen sich auf rund 74,2 Millionen Euro

Die Arbeiten am ersten Bauabschnitt begannen 2024, jene am zweiten Abschnitt 2025. Die Kosten des ersten Abschnitts belaufen sich auf rund 74,2 Millionen Euro einschließlich Mehrwertsteuer. Das Projekt wird vom Ministerium für Wohnungsbau und Raumentwicklung finanziell unterstützt.

Insgesamt sind 164 Wohnungen vorgesehen. Im Inneren soll das Viertel weitgehend autofrei bleiben. Für Biwer bedeutet das neue Wohnviertel einen erheblichen Zuwachs. Damit steigt auch der Bedarf an Schulklassen, Betreuungsplätzen und technischer Infrastruktur.

Die Einweihung der ersten Wohnungen beendet somit nicht nur einen jahrzehntelangen Problemfall. Sie läutet zugleich eine neue Etappe für die gesamte Gemeinde ein, so Bürgermeister Marc Lentz.

Ungewöhnliche Geschichte

Das Gelände hat eine ungewöhnliche Geschichte. Ende der 1960er-Jahre sollte das „Syrdall-Schlass“ in Manternach Sitz einer internationalen Privatuniversität für Parapsychologie werden. Für deren Studenten entstand Mitte der 1970er-Jahre die Cité Syrdall mit 220 Wohnungen. Doch die Universität nahm ihren Betrieb nie auf.

Auch der anschließende Versuch des Bauträgers Norabo, die Anlage in ein Ferienzentrum mit Hotel, Golf- und Tennisplatz umzuwandeln, scheiterte. 1986 ging das Unternehmen in Konkurs. Die Wohnungen wurden an Privatpersonen verkauft, obwohl das Gelände im Bebauungsplan lediglich als Freizeitzone ausgewiesen war. Die Bewohner konnten sich deshalb nicht offiziell in der Gemeinde anmelden; selbst Dienstleistungen wie die Müllabfuhr waren nicht geregelt. Hinzu kam, dass die Siedlung zunächst auf dem Gebiet zweier Gemeinden lag. Erst 1998 wurde das gesamte Areal Biwer zugeschlagen.

Im selben Jahr wurde ein staatlicher Sanierungsfonds gegründet. Er kaufte die auf zahlreiche Eigentümer verteilten Grundstücke nach und nach auf. 2019 schuf die Gemeinde mit einem neuen Bebauungsplan die Grundlage für ein Wohnviertel. Zwei Jahre später ging das Gelände an den „Fonds du logement“ über. Die verwahrlosten Gebäude der früheren Cité Syrdall wurden abgerissen.

Der Name des neuen Viertels reicht übrigens weit zurück. „An der Schmëtt“ erinnert an die „Berbuerger Schmëtt“ oder „Berbuerger Schmelz“, die bereits 1755 nahe der Syr entstand. Wo einst Metall verarbeitet und später jahrzehntelang um eine Zukunft für das Gelände gerungen wurde, werden nun also die ersten Wohnungen übergeben. Informationen: „Fonds du logement“ oder Gemeinde Biwer.

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