Ölfilm auf der Mosel

„Die Quelle ist noch nicht gefunden worden“

Auch mehr als eine Woche, nachdem sich vom Hafen in Mertert aus ein Ölfilm ausgebreitet hat, ist noch unklar, um was für eine Flüssigkeit es sich gehandelt hat. Bis jetzt ist auch noch unbekannt, woher der Schmutz kam. An den Schiffen, die zum fraglichen Zeitpunkt im Hafen waren, gab es keinen Defekt.

CGIDS-Mitarbeiter breiten Ölsperre am Merterter Hafen aus, Umweltschutzmaßnahme gegen Ölverschmutzung im Hafenbereich

CGDIS-Mitarbeiter beim Installieren einer Ölsperre am Sonntag vor einer Woche Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Denkwürdiger Einsatz für das CGDIS: Am Sonntag vor einer Woche mussten die Einsatzkräfte zum Hafen in Mertert ausrücken. Eine „Gewässerverunreinigung auf der Mosel“ war der Zentrale am Abend gemeldet worden. Tatsächlich hatte sich vom Hafenbecken aus ein Ölfilm auf dem Fluss ausgebreitet – zwei Kilometer lang, bis zum deutschen Örtchen Oberbillig.

Das CGDIS riegelte das Hafenbecken mit einer Schwimmbarriere ab und nahm die ölige Flüssigkeit mit einem Skimmer und einem absorbierenden Flies auf. Bis Dienstagmorgen war der einzige Luxemburger Binnenhafen gesperrt, drei Schiffe saßen fest, darunter der Museumsliner „Marie-Astrid Europa“.

Ölfilm kam nicht von den Hafenanlagen

Welche Flüssigkeit schlussendlich ins Hafenbecken floss – und woher sie kam –, das gibt den Behörden offenbar auch noch eine Woche später Rätsel auf. Transportministerin Yuriko Backes (DP) erklärte am Dienstagmorgen in einer Antwort auf eine parlamentarische Frage, dass auszuschließen sei, dass die „Kohlenwasserstoffe“, die im Wasser detektiert worden seien, von der Hafeninfrastruktur selbst stammen würden.

Backes erklärte zudem, dass zwei Schiffe, die während des Vorfalls im Hafen lagen, kontrolliert worden seien. Diese seien offenbar nicht schuld. „Es kann auch ausgeschlossen werden, dass ein technischer Defekt die Ursache der ausgelaufenen Kohlenwasserstoffe ist“, sagte Backes. „Die Quelle ist demnach noch nicht gefunden worden.“ Die „Marie-Astrid Europa“ schied aus dem Kreis der Verdächtigen offenbar schon vorher aus – sie fährt elektrisch.

Zwei Kilometer langer Ölfilm breitet sich auf der Mosel aus

Ölsperre sichert Hafenausfahrt Mertert gegen Ölverschmutzung im Hafenbereich ab
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Seit Sonntagabend riegelt die Ölsperre die Hafenausfahrt in Mertert ab © Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Ölsperre im Wasser, wartet auf Freigabe durch Luxemburger Wasserwirtschaftsamt zur Gewässerschutzmaßnahme
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Die Barriere bleibt, bis das Luxemburger Wasserwirtschaftsamt grünes Licht gegeben hat © Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Verschmutzung an der Schleuse Grevenmacher im Fluss, Umweltverschmutzung und Wasserschutzmaßnahmen sichtbar
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Gemeldet wurde die Verschmutzung von der Schleuse Grevenmacher © Fotos: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Schwimmende Barriere zur Rückhaltung von Öl auf Wasseroberfläche bei Umweltschutzmaßnahme
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Die schwimmende Barriere wurde installiert, um die ölige Substanz zurückzuhalten © Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Ölfilm auf der Moseloberfläche bei sonnigem Wetter, sichtbare Umweltverschmutzung im Flusswasser
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Der Ölfilm auf der Mosel war am Montagmorgen gut zu sehen © Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Ein „paar Dutzend Liter“ Flüssigkeit

Das Wasserwirtschaftsamt hatte nach dem Ereignis eine Wasserprobe entnommen, um die „verschmutzende Substanz“ zu ermitteln, wie die Behörde gegenüber dem Tageblatt am Dienstag vor einer Woche mitteilte. Der Verdacht zu jenem Zeitpunkt: Motoröl. Laut einer Sprecherin der „Société du Port de Mertert“ lag auch der Hafengesellschaft am Dienstagmorgen noch kein Ergebnis vor.

Auch die Menge der Flüssigkeit sei „schwer zu determinieren“, erklärte Backes. Grund sei, dass ein Teil direkt vom Fluss fortgetragen wurde, ein anderer von der Strömung an die Wand und den Grund des Hafenbeckens gedrückt wurde. Spezialisten zufolge liege die Menge aber in der Größenordnung von „ein paar Dutzend Litern“.

Wie schadete der Ölfilm Flora und Fauna?

Wenn Öl mit Wasser in Verbindung kommt, dann lösen sich „toxische Verbindungen“, erklärt Transportministerin Yuriko Backes. Schon geringe Konzentrationen davon können die Wasserorganismen wie Fische, Muscheln, Krebse oder auch Plankton stark schädigen. In der Mosel seien aber keine negativen Auswirkungen festgestellt worden, sagt Backes. Das liege wahrscheinlich daran, dass nur eine geringe Menge Öl ausgelaufen sei. Der konkrete Schaden sei aber schwer abzuschätzen, die Informationen, wie viele „Kohlenwasserstoffe“ ausgelaufen seien, würden fehlen. „Diese Information ist wichtig, um die Auswirkungen auf Flora und Fauna in der Mosel zu evaluieren – weil hier der Verdünnungsfaktor eine wichtige Rolle spielt“, so Backes.

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