L’histoire du temps présent
Die Personenstandsaufnahme und das Vetorecht der Quellen – Teil 4
Katharina Adam-Breyer, nach Niederschlesien umgesiedelte Ehefrau von Henri Adam, der das Signal zum Streik auf Arbed Esch-Schifflingen gab und von den Nazis hingerichtet wurde, schreibt an Damian Kratzenberg, Landesleiter der VdB, mit der Bitte um Rückkehr nach Luxemburg. Ihre Bitte wird vom CdZ abgelehnt. Quelle: Bundesarchiv, NS 9/15952
„Als ,Vetorecht der Quellen‘ bezeichnet man eine geschichtstheoretische Denkfigur, nach der der quellenkritischen Deutung historischer Überreste die Funktion zukommt, historisch unwahre Aussagen als solche kenntlich werden zu lassen. Der Begriff wurde vermutlich von dem Bielefelder Begriffshistoriker und Geschichtstheoretiker Reinhart Koselleck (1923-2006) im Jahr 1977 eingeführt. Quellen, so Koselleck, ,verbieten uns, Deutungen zu wagen oder zuzulassen, die aufgrund eines Quellenbefundes schlichtweg als falsch oder als nicht zulässig durchschaut werden können. Falsche Daten, falsche Zahlenreihen, falsche Motiverklärungen, falsche Bewußtseinsanalysen: all das und vieles mehr läßt sich durch Quellenkritik aufdecken.‘“1)