Petingen

Die Kosten für die Musikschule steigen noch mal um 2,5 Millionen Euro

Was lange währt, wird endlich gut. Die Musikschule in Petingen feiert am Freitag mit einem Konzert große Eröffnung. Am Dienstag war das Dossier noch einmal im Gemeinderat, da die Kosten wieder gestiegen sind.

Neubau der Musikschule in Petingen mit hohen Baukosten für die Gemeinde sichtbar im Rohbau

Der Bau der neuen Musikschule in Petingen kam die Gemeinde teuer zu stehen Archiv-Foto: Editpress/Alain Rischard

Als sich die Musikschule 2019 noch in den Startlöchern befand, war für das neue Gebäude ein Budget von 26 Millionen Euro veranschlagt. Inzwischen belaufen sich die Gesamtkosten auf 36,5 Millionen Euro. Bürgermeister Jean-Marie Halsdorf räumte am Dienstagnachmittag im Gemeinderat ein: „Ich möchte nichts schönreden. Mea culpa, kann man sagen – doch es ist jetzt, wie es ist.“

Bereits zum dritten Mal musste der Gemeinderat Zusatzkredite für das Projekt bewilligen. Während der Covid-Pandemie stiegen die Kosten zunächst auf 31,2 Millionen Euro, 2024 lagen sie bei 34 Millionen. Am Dienstag wurden weitere 2,5 Millionen Euro genehmigt. Und das, obwohl das Gebäude – dessen offizielle Eröffnung für Freitag geplant ist – noch immer nicht vollständig fertiggestellt ist. Weitere Mehrkosten sollen laut Gemeindeleitung jedoch nicht mehr anfallen.

Als Hauptgründe für die Kostensteigerungen nennt der Schöffenrat Preisnachforderungen der beteiligten Firmen infolge von Covid, dem Ukraine-Krieg, Materialengpässen und der Indexierung. Bürgermeister Halsdorf sprach zudem von viel „Navigation à vue“ im Dossier, was zusätzliche Ausgaben verursacht habe.

Die Opposition stimmte dem Zusatzkredit am Dienstag zähneknirschend zu. Einigkeit herrsche darüber, dass Petingen die Musikschule brauche und dass ein ansprechendes, den Anforderungen entsprechendes Gebäude entstanden sei. Die massive Kostensteigerung müsse dennoch kritisch hinterfragt werden. Das Tageblatt zieht in seiner Montagsausgabe anlässlich der Eröffnung gemeinsam mit der Opposition und Bürgermeister Halsdorf Bilanz dieses Großprojekts.

Asbest-Abriss mit vielen Mehrkosten

Teurer als geplant wird auch der Abriss der von der Gemeinde erworbenen Häuser in der rue de l’Eglise. Rund 900.000 Euro hatte die Kommune für den Ankauf ausgegeben. Dass sich Asbest in den Gebäuden befand, war beim Kauf bekannt. In einer vorab erstellten Expertise ging man von acht betroffenen Räumen aus. Für Abriss und fachgerechte Entsorgung des Asbests waren 120.000 Euro veranschlagt worden.

Doch als die Arbeiten begannen, zeigte sich ein anderes Bild: Der Asbestbefall ist deutlich umfangreicher als angenommen. „Als wir die Gebäude geöffnet haben, sagte unser Ingenieur sofort: Das ist eine Katastrophe“, berichtet Bürgermeister Jean-Marie Halsdorf. Elf weitere belastete Stellen wurden identifiziert – u.a. in der Dachisolierung und im Fliesenkleber. Die Kosten steigen nun auf 280.000 Euro.

„Das konnten wir nicht voraussehen“, verteidigte sich Halsdorf am Dienstag im Gemeinderat. „Wir haben uns auf die Expertise verlassen.“ Aus Sicht der Verantwortlichen wurde diese jedoch unzureichend durchgeführt. „Vielleicht waren wir zu gutgläubig. Aber wir haben uns auf die Dokumente gestützt, die uns vorlagen. Was hätten Sie an unserer Stelle anders entschieden?“

Die Opposition zeigt Verständnis für den Ärger des Schöffenrats, übt jedoch ebenfalls Kritik an der ursprünglichen Expertise. „déi gréng“ stellten die Frage, ob man die beauftragte Firma wegen mangelhafter Arbeit belangen könne. Die Piraten sprechen sogar von einem möglichen „vice caché“, also einem versteckten Mangel. Der Schöffenrat sieht jedoch keine juristische Handhabe, da die Gemeinde weder Auftraggeberin der Expertise noch zum Zeitpunkt ihrer Durchführung Eigentümerin des Hauses gewesen sei.

Die beiden Häuser in der rue de l’Eglise sollen in zwei bis drei Wochen abgerissen werden. Nach dem Abriss will die Gemeinde – wie bereits in den Budgetreden Ende 2025 angekündigt – zunächst einen Modulbau errichten. Dieser soll dem Café „Am Home“ als neues Zuhause dienen.

Das benachbarte Gemeindegebäude, in dem das Café derzeit untergebracht ist, soll anschließend renoviert werden. Hintergrund ist eine gesetzliche Vorgabe: Bis 2031 muss das Gebäude barrierefrei umgestaltet sein. Der Betreiber des „Am Home“ verfügt jedoch noch über einen gültigen Mietvertrag bis 2035. Der Umzug würde zudem die Möglichkeit eröffnen, die „Crèche Kordall“ räumlich zu vergrößern.

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