Luxemburg

Die „Al Avenue“ im Wandel der Zeit (Teil 2)

In unserer Ausgabe vom 14. Februar ging es um die Entstehungsgeschichte des hauptstädtischen Bahnhofs und der avenue de la Gare. Der dritte Teil unserer Serie „Eine Reise in die Vergangenheit“ führt durch die heutige avenue de la Gare, beginnend an der Gabelung zur avenue de la Liberté bis hin zur Passerelle.

Das Münchner Kindl war eine der bekanntesten Adressen im Bahnhofsviertel

Das Münchner Kindl war eine der bekanntesten Adressen im Bahnhofsviertel Foto: Postkartensammlung Martine Feller

Das Bahnhofsviertel, wie wir es heute kennen, war bis zur Eingemeindung im Jahr 1920 Teil der ehemaligen Gemeinde Hollerich. Auch die avenue de la Gare war Teil von Hollerich. Die Grenze zur Stadt Luxemburg verlief auf Höhe der rue du Fort Bourbon.

Gegenüber dem Bahnhof herrschte reges Treiben: Industrie und Gewerbe sowie zahlreiche Hotels ließen sich um die Jahrhundertwende dort nieder. Durch die Verbindung der Passerelle, die den Fort Bourbon mit der Oberstand verband, und das sich entwickelnde Bahnhofsviertel ließ die Urbanisierung der „Al Avenue“ nicht lange auf sich warten.

Wo früher das „Hotel de la Poste“ stand …

Wo früher das „Hotel de la Poste“ stand … Foto: Postkartensammlung Martine Feller

… gibt es heute Fastfood

… gibt es heute Fastfood Foto: Andre Feller

In der avenue de la Gare aufwärts Richtung Passerelle befanden sich kaum noch Hotels. Auf verschiedenen Ansichtskarten ist noch das „Hotel de l’Arrivée“ und ein „Hotel de la Poste“ zu sehen, im Vergleich zum „Hotel Staar“ nur sehr kleine Anwesen.

Vom Bierlokal Münchner Kindl ist nicht viel übrig geblieben

Vom Bierlokal Münchner Kindl ist nicht viel übrig geblieben Foto: André Feller

Nur die Details an der Fassade erinnern noch an die lange Geschichte des Gebäudes

Nur die Details an der Fassade erinnern noch an die lange Geschichte des Gebäudes Foto: André Feller

An der Kreuzung rue de Bonnevoie/avenue de la Gare prägt ein Name die Ansichtskarten über eine längere Zeit: Münchner Kindl. Hierbei handelte es sich um eine Filiale des gleichnamigen Bierlokals, welches sich ursprünglich an der Ecke rue Chimay/rue Notre Dame befand. Guillaume Zander eröffnete die Filiale im Bahnhofsviertel im Jahr 1896. In den 1920er Jahren betrieb Nic Grethen die Gaststätte, später dann der Cafetier Henri Seiler. 1929 schloss das Münchner Kindl im Haus 35, avenue de la Liberté seine Türen. Heute befindet sich dort das Modegeschäft Etam. In der Fassade ist das Baujahr 1877 abzulesen, eine schöne Freske, eine Darstellung des Weingottes Bacchus, ist bis heute erhalten geblieben. Über die Ursprünge des Gebäudes und die Freske konnten wir keine Informationen finden.

Eine Darstellung des Weingottes Bacchus ist bis heute erhalten geblieben

Eine Darstellung des Weingottes Bacchus ist bis heute erhalten geblieben Foto: André Feller

Gleich gegenüber an der Ecke rue Origer/avenue de la Gare befand sich das „Consum“ Geschäft G.A. Volkmann sowie die Auswanderungsagentur Thorn. Dort befindet sich heute eine Filiale der Banque BCP. An der gegenüberliegenden Ecke des Münchner Kindl bot das Warenhaus Simon Wolff Damen, Kinder und Herrenmode zum Verkauf an. Dieses Gebäude existiert heute nicht mehr. Anstelle von Schirm, Charme und Melone gibt es heute dort Fastfood.

Im Warenhaus Consum herrschte beständiges Treiben

Im Warenhaus Consum herrschte beständiges Treiben Foto: Postkartensammlung Martine Feller

Heute befinden sich hier die Lokale einer Bank

Heute befinden sich hier die Lokale einer Bank Foto: André Feller

Viele Gebäude, die um 1900 errichtet wurden, existieren heute nicht mehr. Dies ist nicht unbedingt auf den Drang nach Neubauten zurückzuführen. Viele Häuser wurden während des Ersten oder Zweiten Weltkrieges zerstört. Als Verkehrsmittel dienten damals vorwiegend Pferdekutschen und die Straßenbahn, ursprünglich von Pferden gezogen, ab 1908 elektrifiziert. Heute zirkulieren in der avenue de la Gare Linienbusse, nur noch ein kleiner Abschnitt darf von Autos genutzt werden.

Soldaten ziehen durch die Straßen des Bahnhofs

Soldaten ziehen durch die Straßen des Bahnhofs Foto: Postkartensammlung Martine Feller

Heute sind hier vor allem Autos und Busse unterwegs

Heute sind hier vor allem Autos und Busse unterwegs Foto: André Feller

Die „Al Avenue“ im Wandel der Zeit (Teil 2)

Foto: Postkartensammlung Martine Feller

Die „Al Avenue“ im Wandel der Zeit (Teil 2)

Foto: André Feller

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