Antisemitismus-Vorwürfe

Deutsche Politik will alle documenta-Werke sichten

Nach dem Fund neuer als antisemitisch kritisierter Kunstwerke fordern Politiker erneut eine umfassende Begutachtung der Ausstellung in Kassel. Die Macher lehnen das ab. Vertreter jüdischer Einrichtungen sind empört.

Eine Frau hält auf der documenta fifteen im Fridericianum die Broschüre mit dem Titel „Présence des Femmes“, die 1988 in Algier erschienen ist, in den Händen. Sie enthält weitere als antisemitisch kritisierte Motive. 

Eine Frau hält auf der documenta fifteen im Fridericianum die Broschüre mit dem Titel „Présence des Femmes“, die 1988 in Algier erschienen ist, in den Händen. Sie enthält weitere als antisemitisch kritisierte Motive.  Foto: Uwe Zucchi/dpa

Der Leiter der Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel, ist nach eigenen Worten „fassungslos“. „Während unser pädagogisches Team am Infostand auf dem Friedrichsplatz über antisemitische Bildsprache aufklärt, werden erneut übelste antisemitische Karikaturen bekannt, auf die die künstlerische Leitung der documenta und Frau Schormann aber offenbar schon vor Wochen von einer Besucherin hingewiesen worden waren“, sagte Mendel der Deutschen Presse-Agentur. „Es stimmt mich ehrlich gesagt fassungslos, dass ich als damaliger Berater der documenta nicht darüber informiert und stattdessen auf Basis eines juristischen Gutachtens entschieden wurde, die problematischen Werke mit eindeutig antisemitischer Bildsprache in der Ausstellung zu belassen.“

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