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Der unumwundene Blick: „Gespräche mit Picasso“ von Brassaï

Jahrzehntelang nicht mehr erhältlich, nun endlich wieder neu aufgelegt: „Gespräche mit Picasso“, ein Buch des Künstlers und Publizisten Gyula Halász, alias Brassaï. Thomas Koppenhagen zeigt sich von der Lektüre schwer angetan.

Der unumwundene Blick: „Gespräche mit Picasso“ von Brassaï

Foto: dpa/Sebastian Gollnow; Montage: Tageblatt/Laura Giacomini

Geboren wurde Halász 1899 im rumänischen Brassó, dem heutigen Brașov, was zumindest nach Wikipedia seinen Künstlernamen erklärt (Brassaï bedeutet „der aus Brassó Stammende“). Nach Zwischenstopps in Budapest und Berlin zog er 1924 nach Paris, wo er zunächst als Journalist, später auch als Fotograf sein Auskommen fand. 1932, im selben Jahr, in dem er mit seinem Fotobuch über das Pariser Nachtleben für Furore sorgte, lernte er Pablo Picasso kennen. Er sollte dessen bislang weitgehend unbekannte Skulpturen für eine neue Kunstzeitschrift namens „Minotaure“ ablichten. Der Maler war damals bereits weltberühmt, entsprechend nervös war Brassaï, zumal Gerüchte die Runde machten, die Picasso als „unnahbar“ charakterisierten. Jedoch: „Vor mir stand ein einfacher, ungekünstelter Mann, ohne Dünkel, ohne Ziererei. Er was so nett und natürlich, dass ich mich sofort wohlfühlte.“ Genau beschreibt Brassaï die Lebenssituation, in der sich Picasso mit seiner Ehefrau Olga befand: zwei Wohnungen, übereinander gelegen, in der rue de Boétie. Die eine ganz das bürgerliche, picobello hergerichtete Reich der Gattin, die andere in völliger Unordnung und mit einem Teppich aus Zigarettenstummeln – Picassos Atelier. Dort trafen die beiden aufeinander und es sollte sich eine freundschaftliche Arbeitsbeziehung daraus entwickeln.

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