„Kass-Haff“
Der Vorzeigehof: Wo Tierwohl, Pädagogik, Bildung und Regionalität keine Frage sind, sondern ein Muss
Grunzende Schweine, zufrieden kauende Kühe und dazwischen ein schmetternder Hahn, der an diesem Vormittag noch nicht gemerkt hat, dass längst alle wach sind: Die Aura des Kass-Haff kommt vergangen geglaubter „Heidi“-Idylle nahe. Der Blick hinter die Kulisse entlarvt die Idylle jedoch schnell als Klischee und legt die Schwächen des Systems Landwirtschaft offen. Dabei gibt es Ideen, dies zu ändern. Der Bio-Hof hat eine Mission.
Tom Kass hat zusammen mit seiner Frau den Bio-Hof in Rollingen aufgebaut. Beide haben in Hohenheim (D) studiert. Während des Studiums fiel die Entscheidung, in Richtung Biolandwirtschaft zu gehen. Foto: Editpress/Julien Garroy
Als die Grundrisse der Ställe, des Wohnhauses und des Ladens damals schon zu erkennen sind, kommt ein Nachbar vorbei. Er ist neugierig, was auf dem 100 Hektar großen Gelände passiert. Nach dem ersten bewundernden „das ist richtig schön“, heißt es gleich „das können wir unseren Tieren nicht bieten, wir müssen mehr Kühe halten“, bis hin zum „sonst geht bei uns die Rechnung nicht auf“.