Tier des Tages

Der Siebenschläfer: Ein nachtaktiver Waldbewohner mit außergewöhnlichem Winterschlaf

Gemeinsam mit dem „Centre de soins pour la faune sauvage“ stellt das Tageblatt während der Sommerferien heimische Wildtiere vor und zeigt, wie verletzte oder geschwächte Tiere in der Pflegestation versorgt werden.

Der Siebenschläfer: Ein nachtaktiver Waldbewohner mit außergewöhnlichem Winterschlaf

Foto: Centre de soins pour la faune sauvage

Der Siebenschläfer ist ein dämmerungs- und nachtaktives Nagetier, das mit einer Körperlänge von 15 bis 20 cm und einem Gewicht von 80 bis 250 g durch sein graues Fell, den weißen Bauch und die großen, dunklen Augen besticht. Dank stets leicht feuchter Fußballen ist er ein exzellenter Kletterer, der problemlos Bäume und Wände erklimmt.

Als Lebensraum bevorzugt der Allesfresser großflächige Laub- und Mischwälder mit alten Eichen und Buchen, weicht aber auch in Obstgärten oder abgelegene Hütten aus. Dort ernährt er sich vielseitig von Samen, Knospen, Pilzen und Insekten.

Der Siebenschläfer: Ein nachtaktiver Waldbewohner mit außergewöhnlichem Winterschlaf

Seinen Namen verdankt er dem extrem langen Winterschlaf, den er oft zusammengerollt in unterirdischen Höhlen von Mitte September bis Mitte Mai hält. Da seine Bestände durch die Zerstörung von Lebensräumen und Nahrungsmangel infolge von Insektiziden bedroht sind, genießt der Siebenschläfer in Luxemburg einen strengen Schutzstatus.

Nach dem Erwachen beginnt im Juni die Paarungszeit. Die Jungen kommen ab August blind und nackt zur Welt und werden nach etwa zwei Monaten selbstständig. Für die späten Würfe wird die Zeit bis zum Herbst oft knapp: Jungtiere müssen vor dem Winter ein kritisches Mindestgewicht erreichen, um den langen Schlaf energetisch zu überleben.

Dies zeigt sich auch in der Bilanz unserer Wildtierstation, in der im letzten Jahr insgesamt 30 Siebenschläfer betreut wurden. Sechs dieser Tiere waren im Herbst noch zu leicht für eine Auswilderung. Sie durften ihren Winterschlaf geschützt bei uns in der Station verbringen und wurden erst in diesem Frühjahr erfolgreich ausgewildert.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren