Tier des Tages
Der Kranich: Ein großer Zugvogel zwischen Pflege und Freiheit
Gemeinsam mit dem „Centre de soins pour la faune sauvage“ stellt das Tageblatt während der Sommerferien heimische Wildtiere vor und zeigt, wie verletzte oder geschwächte Tiere in der Pflegestation versorgt werden.
Foto: Centre de soins pour la faune sauvage
Der Kranich (Grus grus) ist der größte regelmäßig in Luxemburg beobachtete Vogel. Er erreicht eine Flügelspannweite von 210 bis 240 cm, wird etwa 115 cm hoch und wiegt zwischen 4 und 7 kg. Sein graues Gefieder, die rote Kopfplatte und der weiße Halsstreifen machen ihn unverwechselbar. In Luxemburg ist er vor allem während der Zugzeiten im Frühjahr und Herbst zu beobachten, wenn er in V-Formation über das Land zieht.
Kraniche sind tagaktive, soziale und meist lebenslang verpaarte Vögel. Sie brüten zwischen Mai und Juli in ruhigen Feuchtgebieten Nord- und Osteuropas wie Schweden oder Finnland. Den Winter verbringen sie vor allem in Spanien und Nordafrika. Ihr Lebensraum umfasst Moore, Sümpfe, Heideflächen und offene Agrarlandschaften.
Der Kranich ist ein äußerst seltener Gast in unserer Pflegestation, da die Tiere Luxemburg normalerweise nur überfliegen. Eine traurige Ausnahme war jedoch der Herbst 2025: Durch einen schweren Ausbruch der Vogelgrippe fielen geschwächte und kranke Tiere vielerorts vom Himmel. Auch unsere Station nahm sechs Kraniche auf. Leider kam für alle Tiere jede Hilfe zu spät.
Die Arbeit mit diesen beeindruckenden Wildvögeln zeigt, wie wichtig Erfahrung, Ruhe und Geduld in der Wildtierpflege sind. Kraniche sind streng geschützt; Fang, Haltung, Störung oder Tötung sind verboten.