Tier des Tages

Der Haussperling: Ein vertrauter Singvogel mit schwindenden Beständen

Gemeinsam mit dem „Centre de soins pour la faune sauvage“ stellt das Tageblatt während der Sommerferien heimische Wildtiere vor und zeigt, wie verletzte oder geschwächte Tiere in der Pflegestation versorgt werden.

Der Haussperling: Ein vertrauter Singvogel mit schwindenden Beständen

Foto: Centre de soins pour la faune sauvage

Der Haussperling, besser bekannt als Spatz, ist mit etwa 15 cm Körperlänge und seinem typischen Tschilpen einer unserer bekanntesten Vögel. Die Männchen besitzen eine schwarze Kehle und einen grauen Scheitel, während die Weibchen unauffälliger braun-grau gefärbt sind. Als gesellige Koloniebrüter nutzen diese Kulturfolger Nischen an Gebäuden, unter Dachziegeln oder in Fassadenbegrünungen.

Erwachsene Tiere ernähren sich überwiegend von Samen und Körnern, ihre Jungen jedoch in den ersten Lebenswochen fast ausschließlich von proteinreichen Insekten. Trotz seiner Anpassungsfähigkeit gehen die Bestände des Spatzen in Europa durch Nahrungsmangel und den Verlust von Nistplätzen infolge moderner Gebäudesanierungen deutlich zurück.

Der Haussperling: Ein vertrauter Singvogel mit schwindenden Beständen

In unserer Wildtierstation gehört der Spatz dennoch seit Jahren zu den am häufigsten eingelieferten Vogelarten. Allein im vergangenen Jahr wurden 299 Tiere aufgenommen. Ein Großteil davon sind Jungvögel, die uns während der Brutzeit im Frühjahr und Sommer erreichen.

Häufig werden diese jedoch unnötig eingesammelt: Nach dem Verlassen des Nestes verbringen junge Spatzen eine natürliche Ästlingsphase am Boden. Dabei sind sie keineswegs verlassen, sondern stehen weiterhin in Kontakt mit ihren Eltern, die sie dort versorgen und schützen.

Viele Menschen nehmen die vermeintlichen Waisenkinder aus Sorge mit, etwa um sie vor Katzen zu retten. Ein vorschnelles Eingreifen ist jedoch oft kontraproduktiv. Nur verletzte Jungvögel oder Tiere aus zerstörten Nestern benötigen tatsächlich menschliche Hilfe.

Der Haussperling: Ein vertrauter Singvogel mit schwindenden Beständen
0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren