Augen auf bei der Berufswahl
„Deng Zukunft – Däi Wee“ bringt Jugendliche und Betriebe in Belval ins Gespräch
Rund 50 Stände, direkte Gespräche, Workshops und viel Interesse: In Belval wurde die Zukunftsfrage am Mittwoch zur Einkaufsbegleitung. Die Gehaltsfrage spielte dabei offenbar erstaunlich selten die Hauptrolle.
Foto: Editpress/Julien Garroy
Augen auf bei der Berufswahl! Am Mittwoch war das ein Leichtes in Belval. In den breiten Gängen des Einkaufszentrums waren rund 50 Stände aufgebaut, als sollte hier für ein paar Stunden die Zukunft greifbar werden. Zwischen Schaufenstern und Rolltreppen ging es um eine wichtige Frage: Wohin soll der eigene Weg führen?
„Deng Zukunft – Däi Wee“ heißt das Ganze, und genau so war es angelegt. Nicht als steife Messe, eher als Gesprächsfläche. Jugendliche konnten Informationen und Kontakte sammeln, um Entscheidungen abzuklopfen, bevor sie sich festlegen. Der Zugang war bewusst niedrigschwellig: hingehen, fragen, zuhören, etwas mitnehmen. Dazu Workshops, die helfen sollten, die nächsten Schritte zu sortieren, von Orientierung bis Bewerbung.
Christian Weis und Bruno Cavaleiro informieren sich: Denken Eschs Bürgermeister und der Schöffe etwa an eine berufliche Neuorientierung? Foto: Editpress/Julien Garroy
Schülerjobs und Praktika
Für Arbeitgeber, Dienste und Unternehmen ist so ein Tag umgekehrt eine Gelegenheit, das eigene Feld zu erklären, ohne Reklamegeschrei, und nebenbei auch ganz handfest Angebote zu platzieren: Schülerjobs, Praktika, Ausbildungsplätze, teils auch offene Stellen. Mehrere Aussteller sagten, das Interesse sei groß gewesen. Viele Gespräche seien zustande gekommen, oft erstaunlich konkret. Und wer das Klischee im Kopf hatte, Jugendliche würden zuerst nach dem Geld fragen, hörte an den Tischen eher das Gegenteil. Die Gehaltsfrage komme vor, ja, aber selten am Anfang. Zuerst gehe es um Passung, Anforderungen, Arbeitsalltag und um die Frage, wie man überhaupt hineinkommt.

Bereits zum zehnten Mal wurde das Event am Mittwoch organisiert Foto: Marco Goetz
Inhaltlich war das Angebot in vier Bereiche gegliedert. Unter „Berufe“ ging es um offene Stellen, Jobs, Schülerjobs, Praktika und Ausbildungen. „Orientierung“ bot individuelle Beratung zum schulischen oder beruflichen Stand, zu Karriereideen, Berufsausbildungen und zu Voraussetzungen, die man für bestimmte Tätigkeiten braucht. „Ausbildung und Weiterbildung“ bündelte Informationen zu schulischen und außerschulischen Kursen, etwa als Babysitter oder Betreuungsperson. Und im Bereich Engagement ging es um Ehrenamt und Freiwilligendienst, in Luxemburg oder im Ausland, als Erinnerung daran, dass Erfahrung auch außerhalb von Zeugnissen entsteht.
Ein erste Schritt Richtung Zukunft
Gerade dieser Mix machte den Tag lesbar. Er zeigte, dass Berufswahl nicht nur die Frage „Was will ich werden?“ ist, sondern auch „Wie komme ich dorthin?“, „Was passt zu mir?“, „Welche Umwege sind erlaubt?“. Für viele Besucher wurde vermutlich aus einem vagen Plan ein Gespräch und damit vielleicht der erste Schritt auf dem Weg Richtung Zukunft. Infos: dzdw.lu.